Neues zum Bachteufel

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Originale Bachteufel von Meister Schrader, es gibt sie in unendlichen vielen Variationen. Deutlich erkennt man den besonderen Bachteufel-Knick! Das Blinkerblatt wurde anscheindend um einen Rundstahl (Schraubenzieher?) gebogen und dann links und rechts des Bogens scharf hochgeknickt.

Anfang 2006 hatte ich in meiner Artikel-Serie „Alte Eisen“ im RAUBFISCH den Bachteufel vom Kölner Meister Schrader zum ersten Mal vorgestellt.

Nach 50 Jahren Schlummer hatte ich so diesen früheren Erfolgsköder auf Forellen wieder aus der Mottenkiste geholt. Zum Glück hat Peter Taudor alias Zanderpit damals diesen Köder wieder nachgebaut und so eine kleine Renaissance des Bachteufels eingeleitet. Seine Nachbauten sind durch die Marke „ZP“ eindeutig zu erkennen. Inzwischen wird Schraders Bachteufel weltweit von einigen Forellenspezis nachgebaut.

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Schraders Bachteufel sind immer ungemarkt, das schlanke Blinkerblatt bietet auch keinen Platz für seine zweizeilige Punze. Anfang der 1950er Jahre hat Schrader die Rechte für seine Erfolgsköder an den Schnurhersteller Plate weitergegeben. In Bonn wurden dann noch ein paar wenige Jahre Bachteufel mit der Punze „SB Germany“ gefertigt.

Typisch für einen Bachteufel aus Schraders Werkstatt ist der ganz typisch „Knick“. Das Blinkerblatt wurde nicht einfach nur gebogen. Die Biegung ist halbkreisförmig, mit zwei scharfen Knicks links und rechts vom Bogen. Die Teufel haben oft eine skelettartige Bemalung, die wie ein Grätenmuster aussieht, manchmal sind sie aber auch nur gepunktet. Die Blechdicken und -breiten weichen stark ab. Schrader hat diese Köder offenbar nicht ausgestanzt, jeder Köder wurde mit der Blechschere einzeln geschnitten.

Es gibt übrigens auch einen sehr ähnlichen amerikanischen Köder, der aus der gleichen Zeit stammt: AI’s 49er aus den USA. Wer sich hier bei wem inspiriert hat, ist nicht klar. Der 49er wurde in etwa ab 1952 hergestellt, in dem Jahr wurde jedenfalls die Herstellerfirma gegründet, die sich schon vor Jahren rühmte, dass dieser Köder 60+ Jahre alt ist. Der Ködername „49er“ bezieht sich nicht auf eine Jahreszahl, als „Fourty-niner“ werden die ersten Goldsucher von 1849 bezeichnet. Dieser goldene „US-Bachteufel“ wurde dann auch in der DDR fast 1:1 nachgebaut

Wer besitzt weitere Bachteufel? Bilder an thomas.kalweit@paulparey.de

Link-Tipp: Bachteufel mit Glasaugen…

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Es gibt Bachteufel mit eingeschlagenen (links) und aufgemalten Augen, Ausführungen mit Rippen-Muster oder gepunktete Modelle.
Originale Schrader-Bachteufel mit eingeschmolzenen Glasaugen sind außerordentlich selten.
Manche Bachteufel hat Schrader aufwändig mit DAM Feuerfarbe aus den 1930ern bemalt. Wahrscheinlich handelt es sich um besonders frühe Exemplare aus den 1940er Jahren.
Alle Köder zeigen den typischen Bachteufel-Knick. Man findet viele unmontierte Exemplare, wahrscheinlich wurden sie sogar so verkauft.
Plate hat zum Ende der 1950er Schraders Bachteufel ("SB Germany") in Lizenz nachgebaut. Der typische Schrader-Knick konnte aber in der Massenproduktion anscheinend nicht genau übernommen werden, das Skelett-Muster aber schon. Besonders aufwändig sind die eingeschmolzenen Glasaugen. Auch von den Plate-Bachteufeln gibt es verschiedene Entwicklungsstufen: grobes Muster ohne Glasaugen, feines Rippenmuster, verästeltes Muster in der Form eines Baumzweigs. In den Handel kamen die Grundmodelle braun/gold und silber/blau in jeweils drei Größen.
Plate-Nachbauten von Schrader Bachteufeln lassen sich durch die Punze "SB Germany" einfach erkennen. Der Knick ist nur noch Z-förmig.
Unten rechts sieht man eindeutig gestanzte Bachteufel ohne Glasaugen und Punze mit nur rudimentärer Bemalung. Wahrscheinlich die erste Plate-Produktion.
Unten rechts wahrscheinlich die ersten Bachteufel von Plate, sie sind noch ungemarkt und sehr grob gefertigt.
Ein kleiner Exkurs: Zwei verschiedene Typen von Schrader Devons. Unten bunt bemalte Messing-Devons, wahrscheinlich aus eigener Fertigung. Oben links: Mit schwarzem Skelett-Muster (leider inzwischen abgebröselt) bemalte einfache Devonspinner.
In der Fischwaid von 1949 tauchen die Bachteufel als Neuheit auf. Es kann aber durchaus sein, dass Schrader sie schon einige Jahre vorher an seinem Fluss Rur in der Eifel gefischt, erprobt und auch an Angelfreunde verkauft hat. Es handelt sich bei dem Bachteufel aber wohl eindeutig um einen reinen Nachkriegsköder.
Von oben links nach rechts unten: Ungewöhnlichere Schrader-Köder, Bachteufel, DAM-Koppen, Plate SK-Koppen, Emaille-Koppen von Plate, Schrader-Koppen.
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