Alte Wandhalter für Angelruten

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Alte Wandhalterungen für Angelruten
Wandhalterungen für Angelruten, in denen die wertvollen Gespließten stehend gelagert werden konnten.

Schon vor 100 Jahren besaßen viele wohlhabendere Angler, meist Ärzte oder hohe Beamte, daheim ein Angelzimmer.

Auch damals stapelte sich bei dieser gut situierten Klientel daheim das Angelgerät. Wohin mit den ganzen wertvollen gespließten Ruten? Das war auch in den 1920er Jahren für manche eine ernste Frage. Dashalb brachten verschiedene Hersteller Wandhalterungen für Angelruten auf den Markt, denn die empfindlichen Holzruten mussten senkrecht gelagert werden, damit sie über die Jahre nicht krumm wurden. Eine nahe Wand sorgt zusätzlich für gleichmäßige Luftfeuchte, damit das Holz nicht spröde und brüchig wird. Auch in Angelgeschäften wurden solche Wandhalterungen eingesetzt.

Angelzimmer eines wohlhabenden Professors aus den 1920er Jahren. Aus: Der Sportfischer

Wer meint, dass Angler heutzutage mehr Angelzeug ihr Eigen nennen, der sollte sich einmal diesen Angelkollegen aus Speyer aus dem Jahr 1934 anschauen. Sein Angelzimmer ist wirklich einzigartig: Da hängen mindestens 15 Gespließte an der Wand, jede kostete damals das Monatseinkommen eines einfachen Arbeiters. Vorne und rechts stehen Schnurtrockner – nach jedem Fischen musste die Hanf- und Seiden-Schnur von der Rolle geholt und getrocknet werden. Im Vergleich zur Vielzahl des auch damals schon teuren Angelgeräts fallen die präparierten Hechtköpfe eher klein aus…

Jeder Sammler möchte einmal auf die Enkelin dieses unbekannten Herren treffen… Der Wimpel zeigt die politische Gesinnung das Herren (im Bild Symbol verfremdet). Damals in der unseligen Zeit musste jeder im Einheitsverband organisierte Angler diesen Wimpel bei Fischen an einer Stange am Wasser aufstellen. Schlimme Zeiten, die hoffentlich niemals wiederkehren!

Angelzimmer aus den 1930er Jahren.
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