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Messingrollen von DAM – oder doch nicht?

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Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Messingrollen von DAM, doch der breite Strahlenrand macht stutzig. Er ist ein, zwei Millimeter breiter als bei den üblichen DAM-Rollen. War Kingfisher/Steurer in Österreich der Hersteller?

Dirk Plachner hat uns Fotos von unbekannten Messingrollen aus seiner Sammlung geschickt, die er nicht genau zuordnen kann.

Er schrieb uns per Mail: „Hallo Thomas, ich habe mal wieder einige Fragen. Schon seit einiger Zeit habe ich drei Messing-Rollen in meinem Besitz, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob sie von DAM sein könnten. Die beiden Rollen, die im Foto nebeneinander liegen, könnten eventuell alte Modelle von Kingfisher sein (55 und 60 mm). Das ist eine Vermutung von Jan Wolter, er hat so eine ähnliche Rolle. Bei der einzelnen Rolle, könnte es sich meines Erachtens um ein Modell von Milbro handeln (60mm). Habe bei diesen Rollen schon häufig die typischen DAM-Kurbeln gesehen, schwarzes Griffstück, mit den drei Rillen. Auch die typischen DAM-Füße sind bei manchen Modellen von Milbro verbaut. Der Schalter für die Ratsche spricht auch für Milbro. Gruß Dirk“

Hallo Dirk, ich habe auch schon Vermutungen gehört, dass die 085 von DAM aus dem Jahr 1925 von der britischen Firma Milbro (Millard Brothers, Schottland) hergestellt worden sein soll. Milbro hatte ziemlich identische Rollen im Programm, auch mit gerillten Griffen. Eventuell wurde da über die Jahre von DAM so einiges zugekauft. Vielleicht haben auch die Briten DAM-Rollen vertrieben oder einfach abgekupfert, das ist aber eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass sich DAM beim Rollenbau bei den Insulanern etwas abgeguckt hat. Genaues weiß da niemand, man kann nur spekulieren. Auch Deine gebläute Rolle habe ich schon häufiger bei englischen Händlern in Vught/NL gesehen, die großen silbernen Schraubenköpfe verraten, dass da DAM nicht der Hersteller sein muss. Ansonsten sind die Ähnlichkeiten aber verblüffend und sicher kein Zufall. Auch solche Kreismarken wie unter dem Fuß Deiner Rolle finden sich bei DAM Messingrollen. Irgendeine Verbindung muss es da geben. Übrigens: Aus gut informierter Quelle weiß ich, dass die Firma DAM ihre Messingrollen, wie die letzten Ausgaben der 495, auch nicht selbst hergestellt haben soll. Hersteller soll die Firma Kaspar Lüther (KLü) Feinmechanik in Gunzenhausen gewesen sein, die später auch die „CBB Klü“ Messingrolle für Brink produziert hat. Vielleicht weiß ein anderer Sammler und England-Experte mehr über Deine Messingrollen!? Beste Grüße Thomas

Infos, Fragen und Anregungen bitte an thomas.kalweit@paulparey.de

Bei den Kurbelknäufen fehlen die typischen DAM-Rillen.
Die Rückseite der beiden Rollen.
Die Rollenfüße erinnern auch an DAM.
Solche gebläuten Seitenplatten und die verchromte Kurbel gab es auch bei DAM. War bei diesem Exemplar Milbro in Großbritannien der Hersteller?
Der Kurbelknauf besitzt zwar Rillen, aber dieses bräunliche Material (Holz?) gab es so nicht von DAM.
Auch solche Kreismarken unter dem Fuß finden sich bei DAM-Messingrollen (siehe Link unten).
Die großen silbernen Schraubenköpfe sind ein weiterer Hinweis, dass diese Rolle nicht von DAM ist.
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