ANZEIGE

Unbekannte Achsrolle

937
Große Schnurfassung: Die Schrauben für die Streben sitzen direkt neben dem Spulenkern.

Seit Jahren habe ich diese große Laufrolle (Durchmesser ca. 10 cm) in meiner Sammlung. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich sie einmal zusammen mit einem größeren Rollen-Konvolut (Pappkarton „Wunderkiste“) beim Hildebrandt ersteigert.

Ich habe sie vor Jahren schon einmal hier kurz vorgestellt, damals konnte mir aber niemand weiterhelfen.

Auf den ersten Blick ähnelt sie der DAM „Ever Ready“ 5000 aus der Vorkriegszeit. Sie hat ebenfalls weiße Griffknäufe. Aber auch sehr markante Unterschiede: Meine Rolle ist blau anstatt schwarz/grau. Die Stege für die Spule sitzen direkt neben dem Spulenkern. Bei der DAM „Ever Ready“ 5000 sitzen diese zwischen den Reihen der Ventilierungsbohrungen. Meine blaue Rolle hat zudem eine wunderbar regulierbare stille Hemmung. Sie lässt sich mit einer großen Messingschraube auf der Rückwand sehr fein einstellen.

Die Schnurführung schein erst nachträglich eingebaut worden zu sein, jedenfalls wurde der Rand sehr grob für den Stahlring ausgeschliffen.

Wer hat eine Idee für den Hersteller? Flechsenberger? Noris?

Infos bitte an thomas.kalweit@paulparey.de

Zum Vergleich: Bei einer DAM "Ever Ready" 5000 sitzen die Schrauben für die Spulenstreben zwischen den beiden Ringen aus Ventilierungsbohrungen.
Die Rolle ist blau eloxiert, was Noris als Hersteller vermuten lässt.
Mit der großen Messingschraube lässt sich die stille Hemmung sehr fein einstellen.
Die Rolle besitzt einen Stahlring als Schnurführung.
Wurde die Schnurführung nachträglich eingesetzt? Oder sind das an den Seiten Schleifspuren der Angelschnur?
Einer der weißen Griffknäufe in der Nahaufnahme.

Anmerkung vom 2. Juni 2023:

Martin Kürschner schrieb per Mail: „Guten Abend Thomas, Dein heutiger Beitrag im Fisch&Fang Sammlerblog zu der unbekannten Achsrolle hat mich veranlasst Dir zu schreiben. In meiner „bescheidenen Sammlung“ besitze ich zwei solche oder ähnliche Rollen (siehe Anhang). Ich frage mich auch, wer diese Rollen hergestellt hat. Erworben habe ich diese beiden Rollen vor etlichen Jahren in Tschechien und deswegen dachte ich, dass sie dort hergestellt wurden. Vieles spricht jedoch, wie Du auch vermutest, für deutsche Vorkriegsproduktion (eventuell DAM). Auch für mich wäre es interessant mehr über den Hersteller dieser beiden Rollen zu erfahren. Mit freundlichen Grüßen Martin Kürschner“

Hallo Martin, besten Dank für den Hinweis mit Tschechien! Eventuell handelt es sich ja um eine DAM-Kopie von Rousek/Tokoz. Der dunkelrote Schnurführungsring an Deinen Rollen hat große Ähnlichkeit mit der Schnurführung an alten Rousek-Fliegenrollen. Beste Grüße Thomas

Bei der rechten Rolle sitzen die Schrauben für die Streben auch direkt neben der Spulenachse.
Bei der linken Rolle erinnert die Achsmutter sehr an DAM, die rechte Rollen besitzt ebenfalls eine runde Schraube für die stille Hemmung.
Die dunkelrote Farbe der Achatringe erinnert sehr an alte Fliegenrollen von Rousek.
Bei dieser Aufnahme sieht man sehr schön den Sitz der Spulenstreben.
Die Befestigung der weißen Griffknäufe und die zentrale Achsschraube sind bei beiden Rollen leicht unterschiedlich.
ANZEIGE
Abo Fisch&Fang