Neues zur DAM Evera

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Hier prangt ein Flechsenberger-Rubbelbildchen auf einer eindeutigen DAM-Rolle. Verbirgt sich etwas unter dem Aufkleber?

Kürzlich habe ich hier im Sammlerblog ausführlich über die DAM Evera 5000 berichtet, zu dem Beitrag hat Peter Endres noch weitere Infos beigesteuert. Daraufhin hat sich jetzt Gerhard Dee mit weiteren spannenden Informationen gemeldet.

Er schrieb per Mail: „Hallo Thomas, auch in meiner Sammlung befindet sich eine DAM Evera 5000 von der ein paar Bilder beigefügt sind. Dieses Exemplar konnte ich vor einigen Jahren bei Hildebrandt´s ersteigern. Dort war sie allerdings nicht als DAM Rolle sondern wegen des Aufklebers als „guterhaltene Laufrolle von Flechsenberger“ gelistet. Nun ist es in Sammlerkreisen ja kein Geheimnis, dass Flechsenberger gern mal fremde Markierungen überklebt hat. Deshalb habe ich die Rolle bei der Besichtigung etwas genauer unter die Lupe genommen. Dabei war zu erkennen, dass unter dem Aufkleber noch irgendetwas Unleserliches eingraviert war.

Ein alter Trick aus Kindertagen half mir bei der Entzifferung. Mit Papier und Bleistift fertigte ich eine sehr aufschlussreiche Schraffur an (s. Bild 3). Das war wohl keinem Anderen aufgefallen. So ist die Rolle gegen verhältnismäßig geringen Widerstand in meinen Besitz gewechselt. Die Schraffur habe ich als kleine Erinnerung behalten. Sie liegt noch heute neben der Evera in der Vitrine.

Wenn man alle bisherigen Bilder von den Everas vergleicht, sind neben dem Knarrenknopf noch weitere Unterschiede erkennbar. So liegen z.B. die Lochreihen bei Peter Taudors Evera-Spule deutlich weiter auseinander. Beim einem Datenabgleich haben wir inzwischen festgestellt, dass Zanderpits Evera einen Durchmesser von 100 mm hat, während meine Rolle nur 85 mm misst. Die Evera gibt es also in mindestens 2 Größen. Eine Erkenntnis, die bisher meines Wissens noch nirgendwo dokumentiert war.

Außerdem ist Pits Rolle noch mit einem pfiffigen Detail ausgestattet. Ein zweiter Kreis mit (werksseitig?) vorgebohrten Schraubenlöchern auf der Spule ermöglicht eine problemlose Versetzung der Spulen-Innenstege. So ist die Schnurkapazität veränderbar und die Evera kann auch als „Großkernrolle“ eingesetzt werden. Herzliche Grüße, Gerhard“

Wer hat weitere Inormationen? Bitte per Mail an thomas.kalweit@paulparey.de

Detektivarbeit! Mit einem aufgelegten Stückchen Papier und einem Bleistift konnte Gerhard Dee die verborgene Punze unter dem Flechsenberger-Aufkleber sichtbar machen.
Die Vorderseite der Flechsenberger-Evera. Diese Rolle hat nur einen Durchmesser von 85mm.
Zum Vergleich die "Evera" von Zanderpit mit 100mm Durchmesser. Sie besitzt zusätzliche Bohrungen, um die Spulenstege zu versetzen. So konnte die Schnurfassung verändert werden. Um vielleicht die Rolle universell als Grund- oder Fliegenrolle einsetzen zu können?

Anmerkung vom 6. August 2021:

Angeregt durch die Infos von Gerhard habe ich auch einmal meine Sammlung durchgesehen und bei einer hier schon im Blog vorgestellten, leider ungemarkten DAM Ever Ready entdeckt, dass jemand die Stege komplett entfernt hat. Die Rolle ließ sich so auch als Großkernrolle benutzen. Die Spule ist auch ohne Stege absolut stabil. Beste Grüße Thomas Kalweit

Bei dieser DAM-Rolle wurden die Spulenstege komplett entfernt, um eine höhere Schnurfassung zu erreichen.
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