DAM Evera 5000

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DAM Evera 5000: Gleich fällt die quadratische Mutter und die seltene Punzierung ins Auge.

Peter Taudor hat mir auch erlaubt bei unserem letzten Treffen ein paar schnelle Schnappschüsse von seiner DAM Evera 5000 zu machen.

Mit dieser Punze ist sie sicherlich eine der seltensten DAM-Rollen. Bei der letzten Hildebrandt-Auktion wechselte das Modell für knapp unter 700 Euro den Besitzer. Im Grunde ist es eine ganz normale 5000, die weißen Griffknebel und die quadratische Mutter auf der Rückseite weisen sie eindeutig als DAM-Vorkriegsmodell aus. Für den hohen Wert verantwortlich ist aber vor allem die rare Punzierung.

Diese Rolle taucht meines Wissens als „Evera“ in keinem Katalog auf, allein ein einem DAM-Preisausschreiben aus dem Jahr 1939 ist sie zu finden, zusammen mit weiteren seltenen Sondermodellen (z.B. Alaska, Ever, Tupra, Beka, Aluba, O-Ke usw.). Eventuell wurden diese besonderen Rollen nur für diese Verlosung hergestellt. Die Angler durften nämlich ausschließlich mit diesem Gerät als Teilnehmer des Gewinnspiels fischen und da es diese Rollen vorher in genau dieser Form noch nicht gab, musste das brandneue Gerät für das Gewinnspiel erst gekauft werden ;-). Eine verkaufsfördernde Marketingmaßnahme also. Teilweise wurden auch einfach ältere Rollenmodelle mit neuen Namen angeboten (z.B. die Alaska oder die Evera).

Wer hat weitere Infos? Ich freue mich immer über Schnappschüsse von interessantem Gerät fürs Sammlerblog! Mail an thomas.kalweit@paulparey.de

DAM Evera
Die Evera ist im Grunde eine ganz normale DAM 5000 aus der Vorkriegszeit, mit weißen Knäufen und quadratischer Mutter. Allein die Punze macht die Rolle so wertvoll.
Ausschnitt aus einem DAM-Preisausschreiben aus dem Jahr 1939. So einige bewährte Rollenmodelle hatten einfach neue Namen bekommen. Die teilnehmenden Angler durften aber nur mit den "überarbeiteten" oder brandneuen Modellen fischen, mussten diese also jeweils noch extra kaufen.

Anmerkung vom 5. August 2021:

Peter Endres schrieb per Mail: „Hallo Thomas, in meiner Vitrine steht auch eine Evera 5000. Die hat mir mal jemand in einem desolaten Zustand geschenkt. Die fehlenden Knebel konnte ich zwischenzeitlich durch Originalknebel ersetzen. Der Unterschied zu der Rolle von Peter Taudor ist die Anordnung und Funktion der Knarre und die Form des Knarrknopfes. Welche die ältere Ausführung ist, kann ich nicht sagen. Ich vermute aber, meine ist die Ältere. Die gleiche Anordnung und Funktion der Knarre ist an meiner Salmo 5201 ½.

Bei meinen beiden „Ever Ready“ ist die Knarre Anordnung und Funktion ebenso unterschiedlich. Hier hat man noch einen einfachen Rollenfuß montiert und den Gehäusedurchmesser geringfügig reduziert. Mit freundlichen Grüßen Peter Andres“

Bei der Evera 5000 ist der Schieber für die Knarre rechts neben der Achsschraube angebracht. Bei der oben vorgestellten Rolle liegt er darunter. Auch sind die beiden Schieber unterschiedlich geformt.
Die Vorderseite der Evera 5000. Die ursprünglich beschädigten Knebel wurden bei dieser Rolle mit Originalgriffen ersetzt.
Das schlichte Innenleben der Evera mit seitlich angeordneter Knarre.
Zum Vergleich: Zwei DAM "Ever Ready", ebenfalls mit unterschiedlich platzierten und geformten Schiebern.
Das Innenleben der Every-Ready-Rollen ist je nach Lage des Schiebers unterschiedlich.
Die beiden "Ever Ready" Modelle von vorne betrachtet. Die Rollenfüße fallen ebenfalls unterschiedlich aus.
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