Köder-Lexikon

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Mais
Gelb fängt! Auch mit dem guten alten Maiskorn lassen sich Forellen überlisten.

Forellen können äußerst wählerisch sein! Wer aber den richtigen Verführer anbietet, geht selten als Schneider nach Hause. Hier die Köder-Top-Ten von Dirk Buran.

By Dirk Buran

Sind Sie Forellenfan? Dann sollten Sie unbedingt einen Blick in mein Köderlexikon riskieren. Hier finden Sie die Standard-Verführer (in alphabetischer Reihenfolge) für das ganze Jahr ebenso wie diejenigen, die ich nur zu bestimmten Jahreszeiten oder Wetterbedingungen einsetze. Eines aber haben alle gemeinsam: Sie sind verdammt fängig!

Die Unterschiede dabei erklären sich durch das natürliche Nahrungsangebot und die Beißlaune der Fische. Denn im Frühjahr und Herbst läuft der Stoffwechsel der Salmoniden aufgrund der milden Temperaturen auf Hochtouren. Die optimale Voraussetzung für „geschleppte“ Köder, was beim Forellenfischen bedeutet, dass sie vom Ufer aus gleichmäßig durch das Wasser gezogen werden.

Im Winter und Sommer sind die Fische eher träge. Sie bewegen sich wenig und bevorzugen kleine Nahrung, die sich mit minimaler Anstrengung fangen läßt. Ein schnell geführter Köder ist jetzt fehl am Platz, ein quirliges kleines Madenbündel an der Pose fängt aber hervorragend.

1. Bienenmaden

Diesen bei uns noch ziemlich unbekannten Köder legten mir italienische Experten ans Herz. Im „Spaghetti-Land“ ist die Bienenmade dort „Camola“ genannt nicht umsonst der Forellenköder Nummer 1. Doch auch hierzulande braucht der Eiweißhappen keinen Vergleich zu scheuen. Er ist neben auftreibendem Forellenteig der Allroundköder der das ganze Jahr erfolgreich ist.

Ganz wild sind die Forellen auf einen Doppel-Köder der schon beim leichtesten Zug verführerisch rotiert: zwei Bienenmaden die in L-Form am Haken aufgespießt werden. Die eine bedeckt den Hakenschenkel die andere sitzt halb auf dem Bogen halb steht sie vom Haken weg.

Es scheint aber nicht allein der Bewegungsreiz zu sein der für tolle Fänge sorgt. Denn das übliche Problem dass die Fische beim Anbiss durch den Widerstand der Rutenspitze den Köder wieder loslassen begegnet einem bei Bienenmaden äußerst selten. Ganz erstaunlich! Wahrscheinlich munden die fetten Maden den Forellen so sehr dass sie beim Biss jeden Argwohn verlieren.

Doch diese fleischige Delikatesse verspricht auch an der ruhenden Posenrute Erfolge. Allerdings kombiniere ich sie an der normalen Posen-Montage mit einem lebhafteren Köder (wie einem kleinen Wurmschwanz oder einem Fleischmaden-Bündel). Die Bienenmade am Haken bewegt sich nämlich kaum und somit sorgt dieser zweite Happen für den optischen Anreiz.

2. Dendrobena

Mit Dendrobena aber auch Laub- und Mistwürmern hat man Erfolg wenn die Forellen träge sind. Angeboten werden sie auf zwei Arten: an einer ganz leichten Posenmontage beziehungsweise an einer leichten Grundblei- oder übertief eingestellten Posenmontage. Im zweiten Fall sorgt ein Styropor-Kügelchen für Auftrieb.

3. Fleischmaden

Sie sind für mich einer der absoluten Top-Köder für die heiklen Hochsommer- und Wintertage. In diesen Jahreszeiten kommen sie auch an die Montagen für Bienenmaden. Eine Dose Maden habe ich anders als Würmer bei fast jedem Ansitz dabei: An vielen Angelanlagen die die Benutzung von zwei Ruten erlauben schleppe ich mit einer Gerte. An der zweiten Rute fische ich ein mit Styropor aufgepopptes Madenbündel auf Grund. So kann ich ruhig und konzentriert Schleppen ohne mich ständig um eine durch den Wind verdriftende Pose kümmern zu müssen.

Für die stationäre Rute eignen sich Maden das ganze Jahr. Sie kringeln sich herrlich aufreizend und werden als heller Köder von den Forellen gut wahrgenommen. Zu Zeiten der „Forellenteig-Manie“ sind die fetten Kringler fast eine Besonderheit und somit für die Forellen interessanter als die überall herumbaumelnden bunten Teigklumpen mit Glittereffekt.

4. Heuschrecken

Ein Köder den viele Angler sicher noch nie zum Forellenfischen eingesetzt haben. In einigen der von mir befischten Teichanlagen ist er im Hochsommer aber das A und O! Die Heuschrecke ist dort besonders erfolgreich wo sich in Teichnähe Wiesen befinden. Sie sollte an einer Wasserkugel an der Oberfläche angeboten werden.

Beim Aufspießen auf den Haken wird die Heuschrecke getötet wodurch die Fangchancen sinken. Die Lösung: wasserfester Sekundenkleber mit dem ich die Grashüpfer am Haken befestige. So sorgen sie an der Wasseroberfläche lange für Trubel.

5. Köderfischchen

Kleine tote Köderfischchen von fünf bis sieben Zentimeter Länge sind – falls erlaubt – ein Top-Köder. Ich setze sie bevorzugt im Frühjahr und Herbst an der Pose ein wenn die Salmoniden besonders aktiv sind.

Einfach das Fischchen im Maulwinkel anködern die Montage auswerfen und dann mit kurzen Stopps wieder einholen. Bei einem Biss lasse ich die Schnur locker und schlage erst dann an wenn die Pose für einige Sekunden unter Wasser gezogen wird. Denn die Silberlinge sind im Verhältnis zu den üblichen Happen etwas größer daher lasse ich der Forelle ein klein wenig mehr Zeit zum Schlucken.

6. Lachseier

Im Winter in vielen Gewässern unschlagbar. Lachseier oder Rogenstränge werden mit der Posenmontage in Bodennähe oder auf Grund angeboten. Die befischte Stelle noch mit ein paar losen Lachseiern oder Forelli-Körnern anfüttern und man wird nicht lange auf Bisse warten müssen. Eine delikate Variante: Eier kombiniert mit ein paar Fleischmaden.

7. Maiskörner

Der absolute Geheimtipp: Mais im Hochsommer an der feinen Posenmontage im Cocktail mit einigen Fleischmaden! Falls sich einmal forellentechnisch nur wenig machen lässt kann ich mit Mais noch den einen oder anderen strammen Karpfen überlisten diese sind in Forellenanlagen als Beibesatz eigentlich immer vorhanden.

8. Teige

Zum Forellenfischen gibt es von fast jeder Angelgeräte-Firma eine Auswahl verschiedener auftreibender und sinkender Teigpasten. In Deutschland haben sich diese Köder ganz klar zum Forellenfänger Nr. 1 entwickelt! Kein Wunder lässt sich damit doch hervorragend Schleppen aber auch mit Grundblei oder Posen fischen.

Zum Schleppen wird um den Haken herum ein flaches Plättchen geknetet dem ich durch ein spiralförmiges Verdrehen noch einmal zusätzliches Leben einhauche. Mit Forellenteigen kann sowohl mit Sbirolino Piombino und Pose geschleppt werden.

An Tagen an denen sich jedoch partout kein Salmonide für die geschleppten Köder interessieren will können auftreibende Forellenteige über Grund mit der leichten Grundblei- oder Posenmontage fängig angeboten werden. Dazu wird der Teig in Form eines kleinen Kügelchens um den Haken geknetet.

Dafür taugen neben den kommerziell erhältlichen Pasten selbstverständlich auch eigene Kreationen. Weißer Toastbrotteig etwa ist beim Schleppen oft genauso erfolgreich wie die teuren Teige aus dem Laden.

9. Troutwürmer

Ein exzellenter Weichplastik-Köder zum Schleppfischen – falls künstliche Beute-Imitate erlaubt sind. Werden zwei dieser Verführer L-förmig am Haken angebracht rotieren Sie beim Schleppen mit Sbirolino Piombino oder Pose wie verrückt und lassen kaum eine Forelle kalt. Allerdings sollte nach dem Biß zügig angeschlagen werden weil die Forelle den Troutwurm sonst eher wieder ausspuckt.

Dies umgehe ich durch einen Cocktail: auf dem Hakenschenkel ein Stückchen Troutwurm und im Hakenbogen ein Tauwurmschwänzchen oder eine Bienenmade. So bekommt die Forelle immer auch einen Happen „Herzhaftes“ und überlegt sich dreimal ob sie den Köder wieder loslässt.

Troutwürmer sind in den verschiedensten Farben erhältlich. Als Faustregel gilt: Heller sonniger Tag = dunkler Wurm; trübes regnerisches Wetter = so knallig wie möglich. Die Wabbler sind besonders erfolgreich im Frühjahr und im Herbst.

10. Twister

Sie sind exzellente Schleppköder für Sbirolino Piombino und Pose deren Einsatz jedoch nicht überall gestattet ist. Wenn bei Twistern der Hakenbogen zusätzlich noch mit ein paar Maden garniert wird stürzen sich die Forellen auf den Köder.

Die Fängigkeit lässt sich durch die L-förmige Montage noch weiter steigern. Bei dieser Montage wackelt das Hinterteil aufreizend zusätzlich rotiert der gesamte Hakenköder. Am fängigsten sind Twister zwischen 25 und drei Zentimeter Länge.

Platsch platsch!

Dort, wo es gestattet ist, beschert das Anfüttern ein dickes Extraplus! Denn auf das Geräusch von Futter, das aufs Wasser prasselt, sind noch fast alle Forellen aus ihrer Zeit in der Fischzucht getrimmt.

Ein einzelner großer Futterball bringt aber relativ wenig. Er klatscht zwar laut auf das Wasser und sorgt für eine gute Duftwolke, doch nur in den seltensten Fällen bleiben die Salmoniden auf der angefütterten Stelle, um nach dem Ursprung des Platschens oder der Futterwolke zu suchen.

Viel erfolgreicher ist es, in regelmäßigen Abständen (alle fünf Minuten) kleinere Mengen Futter einzuwerfen. Dafür eignen sich eine Futterschleuder voll Forelli, Mais, Anfütter-Lachseiern oder mehrere haselnussgroße Futterbälle einer speziellen Forellenfutter-Mischung. So werden die Salmoniden laufend auf den Futterplatz aufmerksam gemacht und schnappen nach den absinkenden Partikeln.

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