Pizza, Pasta, Piombino …

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Regenbogen-Forelle
Ein kleiner Streamer am Piombino war der Treffer! Das Schleppblei ist so fängig, weil es unauffällig ist.

 

… diese drei Dinge braucht der italienische Forellenfan. Was, Sie kennen Piombino nicht? Nein, das ist kein ausgefallenes Pasta-Gericht, sondern ein spezielles Blei, das auch hierzulande tolle Fänge beschert.

By Fausto Bucella

Fein, feiner, Piombino! So lautet meine Erfolgsformel am Forellensee. Sind aufregende Drills an feinstem Geschirr nach Ihrem Geschmack, sollten Sie unbedingt einen Versuch mit dem Schleppblei wagen.

Es ist äußerst unauffällig und verursacht weniger Wirbel als der größere Sbirolino. Deswegen setze ich es auch besonders gern bei scheuen und launischen Salmoniden sowie in stark befischten Gewässern ein. Die Angeltiefe wird durch das Bleigewicht, die Einholgeschwindigkeit und die Stellung der Rutenspitze bestimmt.

Einfach

Die Montage ist simpel: Das Schleppblei auf die Hauptschnur ziehen, dann einen Zwei- oder Dreifachwirbel anknoten. An diesen wird das 40 bis 100 Zentimeter lange Vorfach geknotet. Fertig.

Alle vorgestellten Piombinos bestehen aus dem Bleikörper und einem Überzug aus Weichplastik. Dieser soll vor Beschädigungen schützen, und zwar einerseits den Wirbelknoten beim Wurf, andererseits das Blei beim Auftreffen auf steinigem Untergrund. Die Gewichte variieren zwischen einem und sechs Gramm, wobei zwei bis vier Gramm schwere Modelle am beliebtesten sind.

Und so geht’s: Die beköderte Piombino-Montage gefühlvoll auswerfen und dann gleichmäßig mit gelegentlichen Zupfern einholen. Ein Biss macht sich durch einen Ruck in der Rutenspitze bemerkbar. Im Moment der Attacke führe ich schnell die Gerte nach vorn, die Sehne erschlafft für einen winzigen Augenblick – jetzt kann der Salmonide den Köder nehmen. Strafft sich die Schnur wieder, setze ich den Anhieb.

Nur nicht in die Warteschleife

Bis zum Anschlag länger zu warten, wie es beim Sbirolino- oder Posenfischen üblich ist, bringt beim Piombino nichts. Denn die Forellen spucken den Köder dann meist wieder aus: Das rasch absinkende Blei sorgt für Widerstand, der den misstrauischen Forellen gar nicht behagt. Die geeigneten Ruten dürfen ein wenig kürzer ausfallen als bei Pose- und Sbirolino. Längen zwischen 3,6 und 3,8 Metern sind gerade richtig. Ihre Spitzenaktion sollte sensibel sein, empfehlenswert sind Wurfgewichte zwischen einem und sechs Gramm. Gefischt wird in Kombination mit kleinen, leichtgängigen Rollen und sehr feinen Schnüren (0,18 bis 0,20 Millimeter starkes Monofil).

Also, worauf warten Sie noch? Starten Sie einen Versuch mit dem Piombino an Ihrem Forellensee. Bestimmt werden Sie nach ein paar guten Fischen mit Italien nicht mehr nur Pizza- und Pasta-Freuden verbinden.

Vier fängige Formen

Die gängigsten Piombinos:

Slim: Längliches Modell für das Fischen im Oberflächenbereich oder im Mittelwasser bei normaler Einhol-Geschwindigkeit.

Super Slim: Ein Bleigewicht, das bei langsamster Führung flach läuft. Es ist erste Wahl, wenn es auf sehr träge Fische gehen soll, die oberflächennah stehen.

Short: Diese kurze, gedrungen wirkende Ausführung ist top bei schnellem Schleppen auf sehr aktive Salmoniden.

Saltarello: Es hat die Form eines Tropfens und besitzt ein feines Schnurführungs-Röhrchen, das für Stabilität beim Wurf sorgt. Außerdem bewirkt es deutlich weniger Hänger über steinigem Grund. Das Saltarello-Blei läuft von den genannten Piombinos am tiefsten und eignet sich besonders im Winter für das Befischen von bodennah stehenden Fischen.

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