Früher Plate-Bachteufel

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Bachteufel mit ungewöhnlichen Augen, aber mit typischer Skelett-Bemalung (daher "Bachteufel"). Dieser Köder wurde bereits professionell bei Plate in Bonn ausgestanzt. Schrader, der erste Hersteller dieses Ködertyps, hat alle seine Bachteufel noch in Handarbeit in Köln mit der Blechschere ausgeschnitten.

Peter Taudor hat auf eBay einen frühen Plate-Bachteufel aus der „Experimentierphase“ erwerben können, der noch ganz besondere Augen besitzt.

Die Augen wurden bei diesem Köder anscheinend mit zwei Tropfen Lötzinn aufgebracht und dann bemalt. Eingestanzt wurden sie nicht, denn es sind auf der Rückseite keine Aushöhlungen für die Augen zu erkennen. Der Bachteufel ist noch nicht mit „SB Germany“ (für „Schraders Bachteufel“) gemarkt. Dass er schon von der Bonner Firma Plate ist, zeigt der typische Z-förmige Knick. Bachteufel aus der Werkstatt Schrader besitzen einen charakteristisch U-förmigen „Knick“, der um ein Rohr gebogen wurde.

Augen aus Glas

Später erhielten die mit „SB Germany“ gemarkten Bachteufel von Plate Bohrungen für die Augen, die dann mit roter Glas-Emaille gefüllt und gebrannt wurden. Ein sehr aufwändiger Prozess. Es gibt von den originalen Schrader-Bachteufeln und auch von den Plate-Modellen unzählige Frühformen und Prototypen – ganz ohne Augen, mit eingestanzten Augen, mit gebohrten Augen ohne Emaille usw…

Meister Schrader aus Köln hatte in den 1950er Jahren die Rechte für seine Köder Bachteufel und Schrader-Koppe an Plate verkauft. Er hatte anfangs sogar einen Beratervertrag mit Plate, da der Hersteller von monofiler Schnur noch keine großen Erfahrungen mit der Produktion von Ködern und Rollen aufweisen konnte. Die Zusammenarbeit war aber nicht fruchtbar, schon nach wenigen Jahren hat Plate die Produktion von Ködern eingestellt.

Wer hat weitere Bachteufel in seiner Sammlung? Bilder bitte an thomas.kalweit@paulparey.de

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Neues zum Bachteufel…

Bachteufel mit nur einem Auge…

Schrader-Köder aus Köln…

Die Rückseite des Bachteufels: Das Dekor wurde mit schwarzer und metallischer Farbe aufgemalt, wahrscheinlich auch mit inzwischen vergilbtem Klarlack versiegelt.
Die Augen wurden offenbar mit zwei Tropfen Lötzinn aufgebracht. Erstaunlich wie zerschunden der Köder an den Kanten ist, er wurde offenbar jahrzehntelang in einem steinigen Bach gefischt.
Die Augen scheinen aus Lötzinn-Tropfen zu bestehen.
Eingestanzt sind die Augen jedenfalls nicht. Auf der Rückseite ist keinerlei Aushöhlung zu erkennen.
Der Köder besitzt den typischen einfachen Z-Knick wie bei Plate-Bachteufeln.
Bachteufel aus der Kölner Werkstatt Schrader besitzen einen halbrunden U-förmigen "Knick".
Zum Vergleich: Plate-Bachteufel, schon mit "SB Germany" gemarkt, links mit eingeschmolzenen Glasaugen, rechts mit gestanzten und dann rot bemalten Augen. Man sieht hier auch deutlich den Z-Knick von Plate.
Plate-Bachteufel ganz ohne Augen.
Die letzte Entwicklungsstufe der Plate-Bachteufel mit eingeschmolzenen Emaille-Augen. Besonders hübsch sind die blau-silbernen Modelle.
Dieser Plate-Bachteufel besitzt nur die Bohrungen für die Augen, die Emaillierung wurde hier vergessen oder weggelassen.
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