Doch nicht von Bavaria!?

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Augenblinker mit typischer Form und Bemalung. Über den Hersteller wurde bisher gerätselt. Besonders charakteristisch ist auch die vordere Öse. Bilder: Hendrik Olliges

Diese kleinen Augenblinker mit der charakteristischen Bemalung waren lange Zeit ein Rätsel. Über ihren Hersteller wurde viel spekuliert.

Anfangs habe ich sie fälschlicherweise der Firma Leser zugeschlagen, in Hendrik Olliges Sammlerbibel „Alte Kunstköder“ wurden sie der bayerischen Firma Bavaria zugeordnet, was für einen ordentlichen Preisanstieg dieser Köder sorgte. Nebenher wurde die Ähnlichkeit zu Augenblinkern von van Ophemert diskutiert, sogar sehr ähnliche Blinker aus Russland tauchten auf.

Erst im Januar hatte Sören Fietz hier im Sammlerblog spekuliert, dass diese Köder aus der DDR stammen könnten.

Jetzt ist Hendrik Olliges auf ein regelrechtes „Leitfossil“ zum Thema gestoßen: Er hat einen dieser Augenblinker mit einem dreieckigen DDR-Prüfzeichen gefunden.

Das Prüfzeichen ist nur aufgestempelt, so dass es bei den meisten dieser Blinker nach mehrfachem Gebrauch verschwunden sein dürfte. Damit dürfte die Herkunft dieser Augenblinker geklärt sein. Fraglich ist aber, ob Bavaria oder Leser diese frühen Köder damals nicht doch aus der DDR importiert und verkauft haben? Immerhin liegt vor allem Hollfeld nicht weit von der damaligen Zonengrenze entfernt…

Wer weiß mehr? Infos an thomas.kalweit@paulparey.de

Einer dieser Blinker trägt innen das typische dreieckige DDR-Gütesiegel mit Prüfnummer für Metallwaren.
DDR-Gütesiegel: Leeres Dreieck mit Spitze nach oben (ohne Zahl oder Buchstabe) bedeutet: keine Einstufung, kann Sonderklasse oder Güteklasse 1 und 2 sein.
Besonders charakteristisch ist bei diesen Augenblinkern der eigentümliche vordere Wirbel.
Es sind wirklich hübsche und sammelwürdige Köder, auch wenn sie nicht von Bavaria hergestellt wurden. Ein besonderer Knüller ist das große Modell mit zwei Drillingen.
Diese Augenblinker finden sich vor allem in Fundzusammenhängen aus der DDR, dort wurden sie wohl auch produziert.

Anmerkung vom 27. April 2022:

Jan Wolter hat ebenfalls einen dieser Köder in seiner Sammlung. Besonders typisch ist auch hier die Bemalung und der besondere Wirbel am Kopf des Köders.

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