Neues zur Karich-Rolle

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Wurde diese Rolle Hans Karich gewidmet und geschenkt oder von der Firma Hans Karich in kleiner Stückzahl produziert? Der Name und auch die Rolle haben Verbindungen zum Flugzeugbau.

Anfang November habe ich hier im Blog über eine mit „Hans Karich Frankfurt a/M“ gemarkte Rolle berichtet.

Inzwischen habe ich in alten Frankfurter Adressbüchern aus den 1930er und 40er Jahren (über google books) eine Firma „Hans Karich & Co“ in der Mainmetropole finden können. Hans Karich hat als Handelsvertreter Kraftfahrzeugteile und interessanterweise auch „Flugzeugbedarf“ verkauft (Quelle: Amtliches Frankfurter Adressbuch 1937). Bei weiterer Suche fand ich dann auch noch einen weitaus früheren Eintrag der Firma im Handels- und Gewerbe-Adressbuch von 1892, „Hans Karich & Co.“ war damals die Generalvertretung der „Auto-Räder und Felgenfabrik Max Hering“ mit Sitz in Ronneburg in Thüringen.

Bei weiterer Suche findet man über google für die Zeit des 1. Weltkriegs einen Leutnant der Reserve der Feldflieger-Abteilung 13 mit Namen Hans Karich, ihm wurde mehrfach das Ritterkreuz 2. Klasse verliehen (Quelle: Luftfahrt-Zeitschrift „Flugsport“, 1916). Durch die Verbindung zur Fliegerei könnte es sich bei beiden um eine Person handeln, eventuell auch um Vater und Sohn.

Karichs Verbindung zum Flugzeugbau erklärt die Hochwertigkeit der Rolle. Womöglich war es ein Geschenk eines Teileherstellers aus der Luftfahrtindustrie an den Handelsvertreter. Zeitlich kann man die Rolle durchaus in die Vorkriegszeit datieren, dafür spricht vielleicht auch, dass speziell Frankfurt am Main angegeben wurde. Nach dem 2. Weltkrieg wäre in der jungen Bundesrepublik klar gewesen, um welches Frankfurt es sich nur handeln kann. Aber das ist nur Spekulation.

Weitere Informationen an thomas.kalweit@paulparey.de

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