Nachbauten der Reflex-Rolle

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Zwei Nachbauten der berühmten Reflex-Rolle. Das rechte Modell wurde wohl "stehend" auf der Rute gefischt. Ansonsten wäre es für Linkshandbetrieb ausgelegt.

Im Jahre 1922 meldete Louis Joseph Georges Bellon seine revolutionäre Reflex-Rolle in Paris und ein Jahr später auch in London zum Patent an.

Die Reflex besaß einen komplizierten Mechanismus, eine spezielle Wurfbremse. Je schneller Schnur beim Wurf von der Rolle gezogen wurde, desto mehr wurde die Spule im Innern durch ein Stück Leder abgebremst, was ein Überschlagen der Spule verhindern sollte (Anti-Backlash).

Bis 1945 wurden 50 verschiedene Modelle dieser Erfolsgrolle hergestellt. Sie wurde sogar durch die Firma Allcock in England vertrieben. Auch in Deutschland schlug die Reflex ein, einige Casting-Rekorde im Weitwurf wurden damit aufgestellt. So warf etwa der bekannte Berliner Angler Max Piper mit der Reflex-Rolle auf Casting-Turnieren im Jahre 1927. Im gleichen Jahr hieß es in der Zeitschrift „Der Sportfischer“: „In letzter Zeit scheint zum Weitwurf mit der doppelhändigen Spinngerte die ganz famose Reflexrolle bevorzugt zu werden“. Der Erfolg hatte zur Folge, dass Nachbauten angefertigt wurden. Hier zwei Beispiele!

Wer hat ebenfalls Reflex-Nachbauten in der Sammlung? Infos an thomas.kalweit@paulparey.de

Der Wurfbügel erfasst beim Wurf die Geschwindigkeit der ablaufenden Schnur und bremst so die Spule leicht ab.
Ein komplizierter, nachjustierbarer Mechanismus sorgt dafür, dass eine Lederlippe die Spule sanft abbremst. Der Mechanismus der originalen Reflex ist fast identisch.
Leider ist diese Rolle nicht mehr ganz original, eine Messingschraube wurde ersetzt.
Bei dieser Rolle fällt das Innenleben deutlich einfacher aus.
Abo Fisch&Fang