ANZEIGE

Fischforscher treffen sich in Bremen

634
Schlammpeitzger
Der europäische Schlammpeitzger ist streng geschützt und hat im Großraum Bremen einen seiner wenigen verbleibenden Ausbreitungsschwerpunkte. Unter anderem auch durch asiatische Schlammpeitzger aus dem Zoohandel ist die Art bedroht. Bild: Florian Möllers

Die Bestände zahlreicher Fischarten, als Beispiel sei der Schlammpeitzger genannt, sind in einem kritischen Zustand oder sogar vom Aussterben bedroht. Zu den größten Bedrohungen gehören die Flussverbauung- und Vertiefung, die Wasserkraftnutzung, der Verlust von Auenlandschaften und natürlichen Habitaten sowie der Klimawandel.

Häufig unterschätzt wird zudem die teils unbemerkte Verbreitung gebietsfremder Arten und deren negativer Einfluss auf die heimische Artenvielfalt, auch auf den Schlammpeitzger. An der Hochschule Bremen (HSB) findet vom 12. bis 15. Oktober 2023 eine Fachtagung von Experten statt, sie sich mit diesen Themen beschäftigt. Einer der Key-Note-Speaker ist der europaweit renommierte Fischexperte Dr. Jörg Freyhof.

Der Fischexperte Dr. Jörg Freyhof vom Museum für Naturkunde, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung in Berlin, ist für die Erstellung der Roten Listen Europas und Deutschlands „Süßwasserfische und Neunaugen“ bekannt sowie für ein Standardwerk, dem Handbuch über europäische Süßwasserfische.

Bedrohter Schlammpeitzger lebt im Großraum Bremen

Neben der Bedrohungslage europäischer Fische und dem jüngsten Fischsterben in der Oder werden sich die rund 90 Teilnehmenden der 19. Tagung der Gesellschaft für Ichthyologie – der Fischkunde – mit zahlreichen weiteren Themen beschäftigen: So liegt ein Schwerpunkt beispielsweise auf dem europaweit streng geschützten Schlammpeitzger. Der aalartig erscheinende, aber zur Gruppe der Karpfenartigen gehörige Süßwasserfisch – im Volksmund auch „Gewitterfurzer“ genannt – steht ebenfalls auf der Roten Liste und hat im Großraum Bremen einen seiner wenigen verbleibenden Ausbreitungsschwerpunkte. Aktuell wird diese Art, welche besonders wichtig für die Ökosystemfunktion ist, nicht nur durch akuten Lebensraumverlust, sondern auch durch die stete Ausbreitung Asiatischer Schlammpeitzgerarten bedroht. Die gebietsfremden Fische stammen vermutlich aus dem Aquarienhandel und zuletzt wurden massive Ausbreitungstendenzen beobachtet.

Neben diesem Themenschwerpunkt geht es unter anderem auch um die Vereinbarung von Angelfischerei und Artenschutz und welchen Einfluss Seenrenaturierungen auf Fischartengemeinschaften haben. Hierzu ist vor kurzem eine Studie unter Beteiligung des HSB-Wissenschaftlers Prof. Dr. Thomas Klefoth erschienen, welche auf der Tagung vorgestellt wird. Aber auch die Fischfauna an den heimischen Küstengewässern sowie den tropischen Meeren wird betrachtet und von den Expertinnen und Experten bewertet.

-Pressemitteilung Hochschule Bremen-

ANZEIGE
Abo Fisch&Fang