Eureka-Rolle von Stork

570
Stork Messingrolle

„Eureka!“ riefen die Erfinder im alten Griechenland, wenn sie eine Lösung für ein schwieriges Problem gefunden hatten. „Ich hab’s gefunden!“ wird sich auch der Münchner Angelgerätefabrikant Heinrich Stork gedacht haben, als er am Ende des 19. Jahrhunderts diese besondere Rolle ins Programm genommen hatte.

Bei der Eureka-Haspel sind beide Seitenwände samt Fuß der kleinen Messingrolle aus einem Stück gefertigt. Diese Idee ist damals zum Patent angemeldet worden. Diese Konstruktion sparte Zeit in der Montage, sorgte aber auch dafür, dass selbst nach Jahrzehnten intensiven Angelns Fuß und Seitenplatten der Rolle nicht locker werden konnten.

Die Eureka ist besonders einfach zu erkennen. Zum Ersten durch ihre typische Bauweise, dann durch die konzentrischen Ringe auf denn Seitenplatten. Die Kurbel ist durch gezielte Hammerschläge einfach nur angenietet. Zudem prangt der Schriftzug „PATENT“ unter dem Fuß.

Wer hat weitere Infos zur Stork-Rolle? thomas.kalweit@paulparey.de

Aus dem Stork-Katalog von 1898.

Anmerkung vom 26. August 2019:

Diese Rolle wurde wohl von der englischen Firma Allcock vertrieben und auch in England patentiert. Stork hat sie offenbar nur zugekauft, wie viele andere Rollenmodelle. Sie findet sich im Allcock-Katalog von 1887 (siehe Graham Turner, Fishing Tackle, 2009, S. 131). Die absolut identische Rolle mit dem gleichen Bauprinzip ließ sich schon am 16. Dezember 1884 ihr Erfinder John Kopf in den USA patentieren, die Rolle wurde dann von Mills & Son NY vertrieben. Vielleicht hat Allcock die Kopf-Rolle aus den USA auch zugekauft. Die Stork Heureka ist jedenfalls eine amerikanische Rolle, die über England nach Bayern gelangte. Globalisierung gab es schon Ende des 19. Jahrhunderts.

Abo Fisch&Fang