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Der Traum meiner Jugend

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Shakespeare Sigma Graphite in 9,50m, eine High-End-Wettkampfrute von 1986.

Vor einer Woche bin ich auf einem Flohmarkt auf diese unberingte Stipprute von Shakespeare gestoßen.

Der Zustand ist noch sehr schön, auch wenn das Futteral voller Spinnweben ist. Sie hat offenbar die letzten 40 Jahre in irgendeinem Keller geschlummert. Für ihre Länge von 9,50m ist sie mit 665g wunderbar leicht, bei einem für die damalige Zeit unglaublich geringen Durchmesser von unten am Handteil nur 3,5 cm! Für den Preis von 10 Euro, ohne handeln, konnte ich sie nicht stehenlassen.

Im Shakespeare-Katalog von 1986 habe ich diese Sigma Graphite daheim dann auch gleich gefunden. Damals war ich 16 Jahre alt, bei unseren Vereinsfischen wurde noch fleißig um Pokale und Preise gestippt. Das war noch erlaubt und das Wettfischen und Stippen eine der Haupt-Angelarten in Deutschland. Diese Zeiten sind vorbei.

Es gibt aber immer noch nichts Schöneres, als eine gute Brasse an der Unberingten in leichter Strömung zu drillen. Da kommt vom Gefühl her kein Hecht oder Karpfen an schwerem Gerät mit. Deshalb habe ich mir diese Rute auch zugelegt. In diesem Sommer wird wieder gestippt, versprochen!

Für meisterliche Fischer!

Im Katalog wird diese Rute als „Meistermacher“ bezeichnet: „Meisterliches Gerät für meisterliche Fischer!“ Ein Werbeslogan, der damals bei mir als Jungangler sicher Eindruck gemacht hat. „Wir bauen Sieger!“ hieß es im Katalog. Da staune ich heute noch…

Leider ist im Katalog kein Preis angegeben, den gab es nur auf Anfrage. Er muss aber astronomisch gewesen sein, zumindest für einen Jungangler. Die Summe ging sicher in Richtung 1.000 DM. Ich musste mich damals mit dem oberarmdicken Glasfaser-Modell „Omni“ in 8 m begnügen, die für 70 Mark zu haben war.

„Mit diesen Kopfruten stellt Shakespeare sensationelle Neuentwicklungen bei den Wettkampfruten vor“, heißt es im Katalog zu Sigma Graphite. Damals war Kohlefaser erst wenige Jahre auf dem Markt, jeder wollte so ein Ding haben, erlauben konnten es sich aber nur wenige. Es ist eine Put-in-Rute, bei der die Teile gesteckt werden müssen. Verkürztes Fischen ist also möglich. Bisher habe ich nur mit der „langen Schnur“ gestippt, ich freue mich also auf das Experiment mit dieser Steckrute.

Infos, Fragen und Anregungen an thomas.kalweit@paulparey.de

Link-Tipp: Hightech von 1980…

Weil es sich im eine Steckrute handelt, ist das Handteil wunderbar schlank.
Im Shakespeare-Katalog von 1986 wurd die Rute als "Meistermacher" angepriesen. Den Preis gab es nur auf Anfrage.
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