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WS Selekta-Stationärrollen

1961
WS Selekta
Die silberne "Selekta 49" von Walter Schulz: Die Rolle besitzt keine Rücklaufsperre, dafür aber zwei Schnurführer. Die Schnur kann so in jede Richtung aufgekurbelt werden.

Im Jahre 1949 brachte der Berliner Angelgerätehandler Walter Schulz mit dem Modell „WS Selekta 49“ seine erste Stationärrolle auf den Markt.

Der aus Ostpreußen stammende Ingenieur hatte kurz nach dem zweiten Weltkrieg eine einfache Rolle mit Vollbügel, aber ohne Rücklaufsperre konstruiert. Die Rolle besaß eine für die damals neu aufkommenden Monofil-Schnüre geeignete, stabile Metallspule. Dazu zwei Schnurführer, die Schnur konnte auf dieser Rolle in beide Richtungen aufgespult werden.

Noch im gleichen Jahr brachte Walter Schulz mit der „Selekta 49a“ eine preiswertere Version auf den Markt, die nun schwarz lackiert war. Das Modell „49“ bestand aus blankem Aluminium und kostete für die damalige Zeit unglaubliche 40 Mark, die „49a“ war dann schon für 34,50 Mark zu haben. Das war mmer noch sehr teuer: Damals kostete ein ganzes Brot 40 Pfennig, heute liegt der Preis dafür durchaus zehn Mal höher und das in Euro. Man kann also den Rollenpreis durchaus mit zehn multiplizieren. Die Selekta konnte sich damals im in Trümmern liegenden Berlin also kaum jemand leisten.

Zu diesen Stationärrollen hatte Walter Schulz auch eine Grundrolle in zwei Größen im Programm, ebenfalls in blank und schwarz lackiert.

1951 machte die Rollenherstellung bei WS dann eine interessante Wendung. Walter Schulz brachte ein ganz archaisches Stationärrollenmodell mit Fingerpickup auf den Markt. Diese Rolle erinnerte stark an die allerersten Rollen aus der Frühzeit der Stationärrolle, wie etwa die Illingworth No.1 von 1905. Das 1951er Modell nannte Walter Schulz „Selekta KS“. Diese urtümliche und eindeutig rückschrittliche Rolle konnte natürlich überhaupt nicht mit den anderen Rollen vom Anfang der 1950er mithalten, denn damals waren ja schon die Quick Standard oder die Silent von Graf Hagenburg auf dem Markt.

Warum dieser Rückschritt bei WS gemacht wurde, lässt sich nicht genau sagen. Vielleicht war seine Konstruktion des Vollbügels nicht so praxistauglich und es gab viele Reklamationen. Wahrscheinlich waren die 49er Modelle aber einfach zu teuer. Die vereinfachte KS hat er für nur ein Drittel des Preises der Vorgängerrollen anbieten können. Alle drei WS-Modelle sind außerordentlich selten, sie wurden nur kurze Zeit und wohl in sehr kleinen Stückzahlen produziert. Besonders begehrt: Wenig gefischte Rollen mit WS-Selekta-Rubbelbildchen.

WS Selekta-Stationärrollen, Teil II

Infos, Fragen und Anregungen bitte an thomas.kalweit@paulparey.de

WS Selekta
Auf der Rückseite der WS Selekta ist das WS-Logo in den Rollenkörper eingegossen.
WS Selekta
Ein bauchiges W und ein S im Kreis - das Firmenlogo von Walter Schulz.
WS Selekta
Anzeige für das Modell 49 der WS-Selekta aus der Fischwaid, Mai 1949.
Bereits im August 1949 folgte die schwarz lackierte WS-Selekta 49a mit nun leicht geknicktem Fuß. Sehr schön ist das WS-Logo auf der Abbildung zu erkennen. Aus: Die Fischwaid, 08/49.
WS Selekta
1951 brachte Walter Schulz dann die rückschrittliche "Selekta KS" mit Fingerpickup auf den Markt.
Die Spule ist mit "KS" gemarkt.
Die Selekta KS mutet wie einen Rollen-Dinosaurier aus der Vorkriegszeit an, obwohl sie erst 1951 gebaut wurde.
Selekta KS
Anzeige für die "KS" von "WS" aus der Fischwaid, November 1951. Die KS kostete nur noch 13,50 DM.
Grundrollen von Walter Schulz, ganz selten ist das Rubbelbildchen links auch noch auf den Stationärrollen zu finden.
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