Vermehrt Fälle von Forellenseuche

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Beim Forellenbesatz wird zu erhöhter Vorsicht geraten. Der VHS-Virus kann durch Besatzfische, kontaminierte Stiefel oder Kescher und von Wasservögeln übertragen werden. Bild: Redaktion
Beim Forellenbesatz wird zu erhöhter Vorsicht geraten. Der VHS-Virus kann durch Besatzfische, kontaminierte Stiefel oder Kescher und von Wasservögeln übertragen werden. Bild: Redaktion

Im Zeitraum 2017/2018 kam es in Nordrhein-Westfalen und Hessen zu einem gehäuften Auftreten der Viralen Hämorrhagischen Septikämie der Salmoniden (VHS).

Der Ausbruch der Forellenseuche bei Bach- und Regenbogenforellen war größtenteils auf das südliche Nordrhein-Westfalen und das nördliche Hessen begrenzt. Hier ereigneten sich innerhalb kurzer Zeit über 20 neue VHS-Fälle. Dies entspricht etwa der Anzahl an VHS-Ausbrüchen eines gesamten Jahres in Deutschland. Allein in Nordrhein-Westfalen traten mehr Fälle auf als in den letzten zehn Jahren zusammengenommen.

Genaue Informationen zu den Ausbruchsregionen stehen im Tierseucheninformationssystem (TSIS) zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um eine Informationsplattform des Friedrich Löffler Instituts (FLI). Das FLI sammelt und veröffentlicht als nationales Tierseuchenreferenzlabor alle in Deutschland ausbrechenden Tierseuchen. Alle Informationen zu anzeigepflichtigen Erkrankungen stehen grundsätzlich jedem frei zur Verfügung. Unter https://tsis.fli.de/ einfach im Reiter „Tierseuchenlage“ den Menüpunkt „Tierseucheninformationen“ auswählen. Hier können Sie sich die Seuchenausbrüche der Viralen Hämorrhagischen Septikämie auf Kreisebene anzeigen lassen.

Während des Seuchenausbruchs wurden die zuständigen Veterinärämter und die betroffenen Teichwirte durch den Fischgesundheitsdienst im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) unterstützt und beraten.

Informationen des Fischgesundheitsdienstes NRW

Die Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS) ist eine virusbedingte Infektionskrankheit der Salmoniden, die durch einen Rhabdovirus verursacht wird. Die VHS ist anzeigepflichtig und die wirtschaftlich bedeutendste Viruserkrankung bei Salmoniden, da sie mit sehr hohen Verlustraten verbunden ist. Als anfällige Fischarten gelten, insbesondere Regenbogenforellen und andere Salmonidenarten, aber auch andere Fische wie Äsche, Maräne, Hecht oder Steinbutt. Es können jedoch auch viele weitere Fischarten Virusträger sein, obwohl es zu keiner Symptomatik und Ausbruch der Krankheit kommt.

Seit 2017 treten stark vermehrt VHS-Fälle in NRW auf. Daher wird vom Fischgesundheitsdienst (FGD) NRW zu einer erhöhten Vorsicht, vor allem beim Einkauf von Besatzfischen, geraten.

Merkblatt zum Download…

-pm-

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