VDSF sorgt sich um Ostsee-Dorsche

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Der VDSF und seine norddeutschen Landesverbände diskutierten mit Experten des Instituts für Ostsee-Fischerei über die Dorsch-Bestände der Ostsee.

Aus Sorge um die Dorsch-Bestände in der Ostsee hatten der Landessportfischer-Verband Schleswig-Holstein und der VDSF zu einem Informationsgespräch in das Kieler Haus des Sports eingeladen.

Neben Vertretern des LAV Mecklenburg-Vorpommern, des LFV Weser-Ems und des gastgebenden LSFV Schleswig-Holstein waren Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Fischerei vom Institut für Ostsee-Fischerei (Rostock) erschienen.

Wieviele Dorsche fangen die Angler?

Der Biologe Norbert Schultz erläuterte die Forderung der EU die Dorsch-Fänge durch Angler in einer Pilotstudie zu erfassen. Diese Untersuchung soll von allen Ostsee-Anrainerstaaten durchgeführt werden.

Die Erfassung der Angler-Fänge sei sehr arbeitsintensiv erläuterte Schultz zumal er diese Erhebung ganz allein durchführen müsse. Seine Untersuchung sei angelaufen werde aber noch Jahre brauchen so Schultz.

Zwei Dorsch-Bestände in der Ostsee

Es wurde anschließend über Möglichkeiten gesprochen die Dorsch-Bestände der Ostsee nachhaltig zu schützen. Dabei muss nach Darstellung der Biologin Martina Bleil davon ausgegangen werden dass es zwei unterschiedliche Dorsch-Bestände in der Ostsee gibt einen westlichen gedachte Linie etwa nördlich von Rügen und einen östlichen.

In seinem Bestand bedroht sei vor allem der östliche Dorschbestand. Es kommen kaum noch ältere als drei- bis vierjährige Dorsche vor so Bleil. Die optimalen Laichdorsche seien aber vor allem die älteren Fische.

Schonzeiten und/oder Schongebiete?

Solange es kein nach östlichen und westlichen Beständen getrenntes Dorsch-Management in der Ostsee gebe, solange werde es auch keinen wirkungsvollen Schutz geben, meinte Schultz. Dies sei vor allem ein politisches Problem.

Dennoch müsse man nach praktikablen Schutzmaßnahmen suchen. Die besonders guten Fangplätze, so genannte „Hot Spots“, in die Schonmaßnahmen einzubeziehen, hielten alle Beteiligten für kaum durchführbar und deshalb eher unrealistisch.

Einer Laichschonzeit, die das Fischen auf Dorsch in Tiefen unter 20 Meter regelt, gaben die Fachleute realistischere Chancen. Die Wissenschaftler führten aus, dass Dorsche nur in kaltem Wasser laichen und deshalb in der Laichzeit nur in Tiefen von 20 Metern und darunter anzutreffen seien.

Die Dorsche könnten durch die Schonzeit ungestört ablaichen. Somit wäre ihre Fortpflanzung gesichert. Von einer Schonzeit während der Laichzeit wäre das Brandungsangeln nicht betroffen.

Die Teilnehmer dieser Veranstaltung wollen die Überlegungen der Wissenschaftler intern in den Landesverbänden und im Bundesverband in Zukunft berücksichtigen.

-vdsf-

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