Ungewöhnliche DAM Rex (II)

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Links die schwarze D.A.M. Rex, rechts die braune Ever Ready Rex. Letztere hat einen um 0,5 cm größereren Durchmesser. Bilder: Gerhard Dee

Gestern habe ich hier im Sammlerblog über eine etwas sonderbare DAM Ever Ready Rex berichtet.

Auf diesen Beitrag hat sich Gerhard Dee gemeldet, er schrieb per Mail: „Hallo Thomas, so ungewöhnlich Deine Ever Ready Rex auch sein mag, ein Einzelstück ist sie jedenfalls nicht. Ich habe mein identisches Exemplar einmal neben einer D.A.M. Rex fotografiert, damit die von Dir angesprochenen Unterschiede (Spulen/Füße/Knarrenschieber) sichtbar werden. Wenn man beim Vergleich ganz genau hinschaut, ist darüber hinaus erkennbar, dass die schwarze D.A.M. Rex mit einem Durchmesser von 8 cm minimal kleiner ist als die braune Ever Ready Rex mit 8,5 cm. Zeitlich würde ich Dir zustimmen und die D.A.M. Rex als früheres und die Ever Ready Rex als späteres (Übergangs-?) Modell einschätzen. Herzliche Grüße, Gerhard“

Wer hat weitere Infos zu diesem Modell? Bitte Mail an thomas.kalweit@paulparey.de

Die schwarze Rex (links) hat eine gelochte Aluspule, wie sie im 1929er DAM-Katalog abgebildet ist. Die braune Rex hat schon die Spule der Favorit, die erst 1936 auf den Markt kommt.
Die schwarze Rex (links) hat nur einen ganz einfachen Fuß aus Metallblech, die braune schon einen massiven Metallfuß.
Die braune Rex (rechts) hat schon den Schieber, wie er später bei der DAM Favorit zu finden sein wird.

Anmerkung vom 15. Mai 2022:

Peppi Planzer aus der Schweiz hat Fotos von seinen Rex-Modellen geschickt. Er schrieb dazu: „Hallo Thomas, noch Fotos von meinen Rex Rollen. Die Rolle oben links hat einen interessanten Griffaufbau. Die dunkle Rolle ist ungemarkt. Gruß Peppi“

Die Unterschiedlichkeit der Rex-Modelle zeigt, dass man bei DAM auf Katalog-Abbildungen nicht viel geben darf. Ich wurde damals in Berlin Jahr für Jahr das verbaut, was an Material vorhanden war. Auch gerne Teile von anderen Modellen aus Vergangenheit und Zukunft. Bei Rollen, die mehrere Jahre im Programm waren, sind die Unterschiede vom Anfang bis zum Ende der Fertigung oft sehr groß.

Bei der unlackierten Rex-Rolle oben links ist das ungewöhnliche Gehäuse mit Randwulst besonders interessant. Bei der unteren Rolle könnte die ursprüngliche Lackierung entfernt worden sein. Oben rechts ein ungemarktes Modell. Bilder: Peppi Planzer
Alle drei Rollen haben bis auf die Schraubengröße identische Spulen.
Die linke Rolle mit dem Randwulst besitzt am Rollenrand auch eine feine Rändelung. So ist die "Rex" auch im 1929er Katalog abgebildet. Die Gehäuse der beiden rechten Rollen sind eindeutig später einzuordnen.
Die Rex mit Randwulst besitzt sehr seltsam angebrachte Griffknäufe.

Anmerkung vom 12. Mai 2022:

Dass es sich bei der späteren „Ever Ready Rex“ mit der Favorit-Spule um keine Einzelstücke handelt, zeigen auch diese Bilder von Markus Schober. Er hat so ein Exemplar ebenfalls in seiner Sammlung:

Der Rollenfuß scheint aus verchromtem Messing zu bestehen.
Abo Fisch&Fang