Radikaler Rollen-Umbau

187
Der frühere Besitzer hat das Fliegenrollengehäuse fachmännisch abgeflext.

Vor gut einer Woche habe ich hier im Blog von einer Blechkiste mit Vorkriegsködern berichtet. Mit dabei war auch eine Fliegenrolle mit der Markung „Made in England“.

Die Rolle ist ein typisches Modell aus den 1920er Jahren, wie sie unter anderem von den englischen Firmen JW Young oder Allcock hergestellt wurden. Auf den ersten Blick freute ich mich über die schöne Rolle, quasi als Zugabe zu den Ködern, bis ich erschreckt bemerken musste, dass damals jemand grob Hand an das schöne Stück gelegt hatte. Mit einem Winkelschleifer hatte der frühere Besitzer das Gehäuse der Fliegenrolle komplett und fachmännisch entfernt. So war eine offene Achsrolle zum Spinnfischen entstanden. Ich liebe solche Umbauten! Erzählen sie doch besonders viele Geschichten, und nur darum geht es beim Sammeln!

In den Rollenfuß aus Messing wurden vom damaligen Eigentümer zwei Löcher gebohrt, um sie dauerhaft an einer Holzrute zu befestigen. Die beiden Schrauben dazu lagen ebenfalls in der Blechkiste. Ich werde sie zusammen mit der Rolle für zukünftige Generationen befahren, zeigt doch gerade dieser Rollenumbau, wie erfinderisch unser anglerischen Vorfahren schon immer waren.

Euer Thomas Kalweit

Gemarkt ist die Fliegenrolle mit "Made in England". Alle deutschen Fachgeschäfte hatten vor dem 2. Weltkrieg englische und amerikanische Rollen im Angebot.
Das Craquelé des Griffknaufs zeugt vom hohen Alter der Rolle.
Mit zwei Schrauben wurde die Rolle an einer Holzrute befestigt.
Abo Fisch&Fang