Mecklenburg-Vorpommern: Die Wariner Seen

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Mecklenburg-Vorpommern: Die Wariner Seen

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  • Heute auf 40-Pfund-Karpfen, morgen auf Meterhecht: Bei Warin liegen mehrere Seen, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben. Von Mathias Fuhrmann

  • Fünfzehn Kilometer nordöstlich des Schweriner Sees liegt die Kleinstadt Warin. Die leicht hügelige Landschaft dort ist Inbegriff der Ruhe und Beschaulichkeit, und in den vielen Seen der Umgebung gibt es jede Menge Fische in zum Teil kapitalen Größen. Karpfen zum Beispiel. Und genau denen wollten Florian Meyer und ich im Tempziner See drei Tage lang nachstellen.

    Der Bestand besteht vorwiegend aus Spieglern. Sie sind zumeist 15 bis 20 Pfund schwer. In letzter Zeit wurden jedoch mehrmals Fische in Gewichten von über 30 bis sogar 40 Pfund erbeutet. Florian übrigens ist Mitglied des Deutschen Karpfen-Angelclubs (DKAC), der in der Gegend um Warin mehrere Fischereirechte gepachtet hat.

     

    Johannes Wanske – ein Angelfreund von Florian Meyer – im Glück: Genau 22 Pfund wiegt dieser prächtige Spiegler, den er im Tempziner See fing.

    Wir fuhren in den nordwestlichen Teil des Tempziner Sees und suchten uns vom mitgebrachten Schlauchboot aus mit dem Echolot geeignete Futterplätze. An der Schilfkante fällt der 170 Hektar große und bis zu 15 Meter tiefe See recht schnell auf zwei bis drei Meter ab und wird dann zur Seemitte hin langsam tiefer. Dort, wo sich ein relativ flaches Plateau befand, legten wir uns einen „Long distance“-Platz an. Einen weiteren direkt auf dem Plateau. Zu guter Letzt entschieden wir uns für einen dritten Angelplatz direkt an der Schilfkante.

    Der Wind stand direkt auf unseren Uferbereich, sodass das Wasser recht trübe war. Wir fütterten mit Boilies und Fischpellets. An die Haken hingen wir zusätzlich mithilfe von PVA-Säckchen weiteres Futter. Da wir die Plätze neu angelegt hatten und nur zwei Nächte Zeit hatten, war uns allerdings bewusst, dass wir eine Menge Glück benötigten, um erfolgreich zu sein. Der Tempziner See ist kein Gewässer, in dem man mal eben schnell einen dicken Karpfen fängt, aber die Abgeschiedenheit und die Ruhe ziehen dennoch manchen Karpfenangler in seinen Bann.

    Wir hatten allerdings insofern Pech, dass das Wetter umschlug. Die Temperatur fiel, und kalte Regenschauer zogen übers Land. So kam es zu einer kompletten Karpfen-Nullnummer. Schade! Florian und ich jedoch wissen, dass man bei längerer Vorbereitung und unter besseren Bedingungen im Tempziner See prächtige Karpfen fangen kann. Alle Spezialisten des Deutschen Karpfenangel-Clubs haben das bereits unter Beweis gestellt.

    Vom ausgezeichneten Weißfischbestand des Sees dagegen konnten wir uns persönlich überzeugen. Mit der Matchrute erbeuteten wir mehrere schöne Rotfedern, Plötzen und Brassen. Beim Spinnfischen vom Schlauchboot aus fing Florian mit dem Spinner einen großen Barsch. Somit blieben wir nicht ganz Schneider am Tempziner See.

    Auf der Rückfahrt machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Rübensee, zwei Kilometer südlich von Warin. Dieses 16 Hektar große und bis fünf Meter tiefe Gewässer befindet sich mitten in einem Wald. Das Wasser ist im Sommer meist klar, und außer dem Schilfgürtel gibt es zahlreiche Krautbänke und Seerosenfelder. Im Rübensee überlistete Florian bereits mehrere respektable Hechte. Die Krönung: ein 112 Zentimeter langer Esox, der dem nur leicht bebleiten 15-Zentimeter-Gummifisch nicht widerstehen konnte.

    Stolz präsentiert Florian Meyer den 112 Zentimeter langen Hecht, der seinem Gummifisch im Rübensee nicht widerstehen konnte.

    Am besten fängt man im Rübensee vom Boot aus, welches man allerdings mitbringen muss. Ein Schlauchboot von drei Metern Länge reicht völlig aus. Aber auch vom Ufer aus lässt es sich gut angeln. Außer Hechten wird im Rübensee mit besonderer Vorliebe den Aalen, Karpfen und Schleien nachgestellt.

    Ein weiterer, anglerisch interessanter See ist der Glammsee. Er grenzt unmittelbar südlich an Warin. Am 60 Hektar großen und bis zu 20 Meter tiefen Revier befindet sich ein Feriendorf mit Bootsstegen, und zu jedem Haus gehört ein Ruderboot, mit dem man in See stechen kann. Vorkommende Fischarten: Hechte, Barsche und vereinzelt Zander. Der Glammsee hat die Struktur einer Wanne und ist weiträumig von Schilf umsäumt. Am Nord- und Westufer jedoch gibt es mehrere gute Uferangelplätze.

    Gewässer-Check: Wariner Seen

     

    Informationen: Ausgabe und Bestellung von Angelkarten: Fischerei- und Verarbeitungsbetrieb Klaus-Dieter Dehmel, Schillerstraße 13b, 19406 Dabel, Tel. 038485/20146, Internet: www.fischdehmel.de. Mitglieder des Deutschen Karpfen-Angelclubs bekommen gegen eine kleine Gebühr die Erlaubnis, in zahlreichen Gewässern rund um Warin zu angeln. Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.deutscher-karpfen-angelclub.de. Einige Seen gehören zum Gewässerverbund des LAV Mecklenburg-Vorpommern. Dessen Mitglieder dürfen dort ebenfalls fischen.

     

    Lizenzen: Gewässer des Fischerei- und Verarbeitungsbetriebes Klaus-Dieter Dehmel: Tageskarte für einen See 7,50, für alle Seen 10 Euro, Tageskarte mit Nachtangeln für einen See 11,25, für alle Seen 12,50 Euro, Wochenkarte für einen See 22,50, für alle Seen 40 Euro, Wochenkarte mit Nachtangeln für einen See 33,75, für alle Seen 50 Euro.

     

    Mindestmaße cm / Schonzeiten: Hecht 45/-, Zander 45/-, Barsch 17/-, Aal 45/-, Wels 70/1.5.-30.6., Karpfen 40/-, Schleie 25/-.

     

    Bestimmungen: Zwei Handangeln. DKAC-Mitglieder: drei Handangeln. Schleppen ist verboten. Zum Fischen muss das Boot fest verankert werden. Nachtangeln ist nur mit Extra-Genehmigung erlaubt.

    Unterkünfte: Ferienhäuser direkt am Glammsee kann man zum Beispiel im Internet unter www.ferienhaus-direkt-am-see.de oder beim Wariner Fremdenverkehrsverein e.V., Am Markt 4a, 19417 Warin, Tel. 038482/60431, Internet: www.warin-stadt-neukloster.de buchen.

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