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Krankenhaus forscht nach Keimen im Wasser

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Forscher der Eppendorfer Universitätsklinik untersuchen Hamburger Gewässer und Abwasserströme nach resistenten Keimen. Bild: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Forscher der Eppendorfer Universitätsklinik untersuchen Hamburger Gewässer und Abwasserströme nach resistenten Keimen. Bild: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Ein neues Monitoring-Projekt unter Beteiligung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) geht der Frage nach, welche Kleinstlebewesen im Hamburger Abwasser zu finden sind und was die Befunde über die Gesundheit der Stadtbevölkerung aussagen.

Der Forschungsverbund „Molekulares Monitoring der bakteriellen Biodiversität im Wasserkreislauf (MOMOBIO)“ unter Leitung der Universität Hamburg erhält hierfür vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die kommenden drei Jahre 1,9 Millionen Euro; auf das UKE entfallen hiervon etwa 600.000 Euro.

Die Forscherinnen und Forscher werden entlang der Hamburger Abwasserströme Proben nehmen und die mikrobiotische Artenvielfalt sowie die Verbreitung von Resistenzgenen untersuchen. Dafür nutzen sie computergestützte Analysemethoden und führen unter anderem molekulargenetische Untersuchungen durch, um einen umfassenden Datensatz für die Bestimmung der Artenvielfalt zu erstellen. Kombiniert mit Modellierungsansätzen aus der Ökologie soll das Monitoring zuverlässige Aussagen zu Gesundheitsfragen ermöglichen.

Auf der Suche nach resistenten Bakterien

Am UKE erfolgen die bioinformatischen Analysen in der Bioinformatik Facility der Medizinischen Fakultät unter Leitung von Dr. Malik Alawi sowie die Analyse resistenter Mikroorganismen im Arbeitsbereich Krankenhaushygiene unter Leitung von Prof. Dr. Johannes Knobloch. „Im Sinne des One Health Gedankens sind die Abwasserströme einer Großstadt eine relevante Quelle von resistenten Bakterien in der Umwelt. Die Modellierung der Abwasserströme bis in die für Freizeitaktivitäten genutzten Gewässer kann einen wesentlichen Beitrag zum besseren Schutz von Gewässern und damit der Gesundheit der Bevölkerung leisten“, sagt Prof. Knobloch. Die Zusammensetzung des sogenannten aquatischen Mikrobioms wird vor allem durch den Menschen bestimmt, etwa durch vermehrt eingesetzte Antibiotika. Zudem gelangen immer mehr Giftstoffe, Weichmacher und Mikroplastik in den Wasserkreislauf und verändern die Biodiversität.

-Pressemitteilung UKE-

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