In Bayern wird das Wasser knapp

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Sommerliche Dürren mit einzelnen Starkregen-Erreignissen transportieren immer mehr Ackerboden in unsere Gewässer. Die Broschüre "Sediment in den Gewässern" kann unten im Beitrag heruntergeladen werden.

Bayern verliert massiv Wasser. Soll das nicht zur lebensbedrohlichen Dauerkrise werden, müssen wir jetzt handeln, warnt der Landesfischereiverband Bayern zum heuten „Tag des Wassers“.

In Bayern wird das Wasser knapp – was vor wenigen Jahren noch als Hirngespinst abgetan wurde ist nun wissenschaftlich belegt. Langjährige Studien auf Basis von Satelliten-Messungen belegen, dass Deutschland jährlich 2,5 Kubik-Kilometer Wasser verliert – über die letzten 20 Jahre summieren sich die Verluste bereits auf eine Menge, die dem Fassungsvermögen des Bodensees entsprechen. Besonders betroffen ist neben Niedersachsen und Baden-Württemberg vor allem Bayern.

„Es ist an der Zeit den Schutz unseres wertvollen Wassers endlich zur Chefsache zu machen“, fordert Prof. Dr.-Ing. Albert Göttle, Präsident des Landesfischereiverbands Bayern. „Es mangelt nicht nur an natürlichen Gewässerstrukturen, sondern auch am Wasserrückhalt in der Fläche und am Schutz vor schädlichen Stoffeinträgen. Wir müssen jetzt handeln, sonst kommen zusammen mit dem Klimawandel schwere Zeiten auf uns und alle nachfolgenden Generationen zu.“

Der Landesfischereiverband Bayern sieht dringenden Handlungsbedarf in drei Feldern:

  • Regenwasser muss in der Fläche zurückgehalten werden, damit es an Ort und Stelle zur Grundwasserneubildung versickern kann. Dazu braucht es eine bodenschonende und versickerungsfördernde Bodenbewirtschaftung. Gleichzeitig muss die im Freistaat weit verbreitete Praktik, Niederschlagswasser über Drainagen, Gräben und Kanäle möglichst schnell aus der Fläche abzuführen, schleunigst verbannt werden. Parallel muss der stark voranschreitenden Flächenversiegelung wirksam Einhalt geboten werden.
  • Stopp beziehungsweise genaue Kontrolle von Einleitungen in Oberflächengewässer aus Klär- und Industrieanlagen. Aber auch schärfere Regeln für den Schad- und Nährstoffeintrag in Oberflächen- und Grundwasser tun dringend Not.
  • In den zunehmenden Trockenphasen muss die Wasserentnahme aus Flüssen, Bächen und Brunnen zur Bewässerung von Feldern effizienter gestaltet, besser kontrolliert und vor allen Dingen großräumig koordiniert werden.

Beschattender Uferbewuchs kühlt Gewässer ab

Unter Wassermangel leiden in Bayern Menschen, Land- und Forstwirtschaft, Tier- und Pflanzenwelt. Die Überbeanspruchung unserer Bäche und Flüsse und Seen hat maßgeblich dazu beigetragen, dass heute 55 Prozent der heimischen Fischarten auf der Roten Liste stehen. Bayerns Fischer sorgen mit zahllosen großen und kleinen Projekten für Renaturierung von Bächen und Flüssen. Damit schaffen sie neuen Lebensraum für Wasserlebewesen und machen die Gewässer klimafest. Denn natürliche Strukturen und schattiger Bewuchs kühlen das Wasser nachhaltig ab. Aber ohne Wasser helfen solche Maßnahmen nichts.

Besondere Bedeutung für den regionalen Wasserhaushalt hat auch die Teichwirtschaft in Bayern. Die Teiche sorgen für Wasserrückhalt und entspannen die Grundwassersituation. Der Freistaat muss deshalb alles für ihren Erhalt tun.

Unnatürlich hohe Sedimenteinträge durch Starkregen

Der Landesfischereiverband hat kürzlich eine Fachbroschüre zur Erosion auf Äckern und Feldern infolge von Niederschlag veröffentlicht. Es sind künstliche Transportbahnen und eine wenig auf Wasserspeicherung ausgerichtete Boden- und Flurgestaltung, die unnatürlich hohe Stoffeinträge in Gewässer generieren und gleichzeitig zu einem „Ausbluten“ des Landschaftswasserhaushalts führen.

Die Broschüre „Sediment in den Gewässern“ zum Download…

-Pressemitteilung Landesfischereiverband Bayern-

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