Die legendäre schwarze Emté Delphin

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Emté Delphin
Bei der schwarzen Emté Delphin kann die Kurbel nicht auf Linkshandbetrieb umgebaut werden. Es fehlt die kleine abnehmbare Platte.

Die schwarze Stationärrolle „Delphin“ von der Firma Emté (Ingenieur Martin Treppenhauer KG, Dresden) wird unter den DDR-Rollen als „extrem selten“ gehandelt.

Auf ebay erzielt sie, wenn sie denn einmal auftauchen sollte, stets Höchstpreise. Ihre „Schwester“, die Emté Delphin (auch von „ESWEDE“) in grünem Hammerschlaglack, ist hingegen eine der häufigsten Rollen aus der ehemaligen DDR. Nichtsdestotrotz war diese Rolle damals außerordentlich innovativ: Heckbremse, überlappende Spule, Schnellwechselspule, geräuschlose Rücklaufsperre…

Die schwarze Delphin besitz ein wichtiges „Feature“ nicht, bei ihr kann die Kurbel nicht auf Linkshandbetrieb umgebaut werden.

Wer weiß mehr über die schwarze Deplpin? Infos an thomas.kalweit@paulparey.de

Emté Delphin
Mit dem Rad an der Kurbelachse kann die lautlose Rücklaufsperre ein- und ausgeschaltet werden.
Bei der grünen Delphin (hier ein Modell von ESWEDE) kann die Kurbel auf Linkshandbetrieb umgebaut werden.
Aus "dem" DDR-Katalog von 1960.

Anmerkung vom 23. Mai 2019:

Von Michael Schlecht per Mail: Sehr geehrter Herr Kalweit, zu der abgebildeten Emté Delphin habe ich so meine ganz eigene Theorie, die ich Ihnen hier darlegen möchte: Beginnen möchte ich im Jahr 1958, als Martin Treppenhauer eine verbesserte Stationär-Angelrolle Alligator mit festem Rollenfuß und einem übergreifendem Spulenrand vorstellt. Gleichzeitig wird als Neuschöpfung die Stationär-Angelrolle Delphin vorgestellt. Die Spule der neuen Alligator passt auch auf die neue Delphin.

Das letzte Modell der Emté Alligator mit festem Fuß und überlappender Spule. Bild: Sammlung Michael Schlecht
Das letzte Modell der Emté Alligator von 1958 mit festem Fuß und überlappender Spule. Bild: Sammlung Michael Schlecht
Deutscher Angelkalender 1958, Sammlung Michael Schlecht
Allererste Delphin von 1959 mit dem Logo "MT Dresden". Deutscher Angelkalender 1959

Die erste Emté Delphin war also mit dem Logo „MT Dresden“ gekennzeichnet und wird wie die Alligator mit einem silbergrauen Lack versehen, genau wie die Emté Libelle. 1959 wird die Herstellung der Alligator eingestellt und die Delphin wird grün.

Delphin "MT Dresden" in grünem Hammerschlag-Lack. Bild: Sammlung Michael Schlecht

Ab 1961 wird im VEB Schreibmaschinenwerk Dresden die Delphin in Lizenzbau als Konsum-Massenbedarfsgut unter dem Namen Eswede Delphin hergestellt. Im VEB Schreibmaschinenwerk wird dann auch an einer Weiterentwicklung der Delphin gearbeitet, die aber 1963 von PMO Oranienburg unter dem Namen „NIXE“  für eine kurze Zeit in den Handel kommt. Von dem Zeitpunkt an wird bei Treppenhauer wieder das Logo Emté Delphin verwendet. In der Sammlung des Angelverbandes Leipzig (leider nicht mehr im Netz) war eine Emté Delphin ohne Bremse zu sehen. Meine Vermutung ist, dass diese Rolle NUR für den Turniersport (Casting) gedacht war. Das aber nur am Rande bemerkt. Jetzt zu der schwarzen Delphin, die es auch mit dem bekannten grünen Hammerschlaglack gab. Ich vermute, dass es sich bei diesen Rollen um eine – ähnlich wie bei der Alligator – Zwischenlösung in Vorbereitung oder auch parallel zur Herstellung der Emté Forelle handelte und die nach 1968 nicht mehr hergestellt wurde. Alles in allem eine sehr sammelwürdige Rolle, die es leider nicht so oft gibt. So weit zu meiner Theorie.

Mit freundlichen Grüßen Michael Schlecht

Abo Fisch&Fang