Der Seeteufel

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Der Seeteufel, ein vor Haken strotzendes Köderungetüm aus der Zeit um 1900.

Er ist einer der begehrtesten Kunstköder für Sammler von altem deutschem Angelgerät: der Seeteufel.

Dieses archaisch anmutende „Gerät“ wurde vor über 100 Jahren zum Schleppfischen auf Hecht auf den großen Voralpenseen eingesetzt. Die Münchner Firma Hildebrand-Wieland hatte diesen Köder in verschiedenen Größen im Programm, meist besitzen diese Köder mindestens Handlänge.

Der Köder trägt noch das originale Vorfach, eine fein mit Draht umsponnene Saite, wie sie für die tiefen Basstöne an Klavier oder Kontrabass zum Einsatz kommt. Die Rückseite des Kupferköders war ursprünglich vernickelt, diese Beschichtung ist schon weitestgehend abgerieben. Die Flossen waren ab Werk rot bemalt, von dieser Bemalung ist leider nichts mehr vorhanden.

Dieser Köder wurde, wie damals im Alpengebiet üblich, von einer direkt am Boot befestigten Schlepprolle gefischt, ohne Rute. Um auf Tiefe zu kommen wurden sogar enorme Längen Kupferdraht als Schnur auf die Rolle gezogen.

Dr. Heintz hat zusammen mit seinem Bruder diesen alten Kunstköder schon in den 1870er Jahren zu seinem berühmten Heintz-Köder (siehe Katalogseite links) weiterentwickelt, der wohl aufwändigste Köder deutsche Bauart.

Wer weiß mehr? Infos an thomas.kalweit@paulparey.de

Die großen Größen des Köders besaßen in der Mitte noch einen weiteren Drilling.
Abbildung aus einem alten Hildebrand-Katalog, links neben dem Seeteufel der noch berühmtere Heintz-Köder.
Noch vorhanden: Das mit feinem Metalldraht umsponnene Vorfach.
Die Rückseite zeigt noch Reste der Vernickelung. Ursprünglich waren die Flossen rot bemalt.
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