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Der legendäre Vampir-Wobbler

1938
Einer der schönsten Wobbler aus hoffentlich deutscher Produktion: der Vampir von DAM. Bilder: Jan Wolter

Er ist zweifelsohne der gesuchteste Sammelwobbler von DAM, der ikonische „Vampir“ mit seiner eigentümlichen Tauchschaufel.

Jan Wolter hat uns Fotos von seinen drei Exemplaren geschickt. Er schrieb uns dazu per Mail:

„Hallo Thomas, wie besprochen noch ein Bericht über meine Vampire von DAM. Zwei der Vampire lassen sich in die Zeit um 1930 einordnen. Der Schriftzug Vampir ist hier vertieft und beide besitzen den roten Tupfer unter dem Kopfteil. Bei dem zweiteiligen Vampir spricht alles für eine Spätere Produktionszeit, ich vermute, dass es circa die 1940/1950er Jahre sein könnten, die Bestätigung habe ich aber leider noch nirgends gefunden. Bei diesem Wobbler ist der Schriftzug Vampir erhaben und er besitzt die einfache Drillingsmontage, die beiden älteren haben eine Kombination aus Cup + Drahtbügel. Beim zweiteiligen Vampir sind die einzelnen Glieder mit Schraubösen verbunden und besitzen keine zusätzlichen Stiftnägel zur Sicherung. Das Thema Stiftnägel hatten wir ja neulich bei dem D.A.M. Bass Wobbler. Vielleicht gibt es ja einen Sammler, der uns mehr über das Alter des zweiteiligen D.A.M. Vampir sagen kann! Beste Grüße Jan“

Hallo Jan, der Vampir von DAM ist nahezu baugleich mit dem Heddon Gamefisher aus den USA, der ab 1923 bis 1933 nur für 10 Jahre dort produziert wurde. Als die Produktion auslief, hat offenbar DAM die Herstellung übernommen. Genaues weiß man aber nicht. Vielleicht wurde er auch anfangs noch von den Amerikanern für DAM produziert. Interessant finde ich auch, dass die Vampire nicht mit DAM gemarkt sind. Das sollte einem zu denken geben. Bei der amerikanischen Version sind meines Wissens nur die Gliederkörper anders geschnitten, die Glieder sitzen „spitz an spitz“ (<><>) aneinander. Bei den früheren DAM Vampir-Versionen sind sie quasi eng ineinander gesteckt (>>>). Erst die letzten DAM-Vampire besitzen dann wieder „spitz an spitz“ montierte Glieder. Einige Wobbler der amerikanischen Version besitzen übrigens auch die „verbesserte Drillingsmontage“ von DAM und die Glieder sind verstiftet, auch der rote Tupfer unter dem Kopfteil ist dort vorhanden, auch der Rückenstreifen. Nur die Tauschschaufel ist nicht mit „Vampir“ sondern mit „Heddon Gamefisher“ gemarkt. Das ist alles sehr rätselhaft. Bei diesem Wobblermodell gibt es jede Menge Variationen… Beste Grüße Thomas

Infos, Fragen und Anregungen bitte an thomas.kalweit@paulparey.de

Beim rechten Wobbler ist der Vampir-Schriftzug erhaben, bei den anderen Wobblern eingetieft. Auch scheint der rechte Köder dünner lackiert zu sein. Wahrscheinlich stammt er vom Ende der Produktionszeit.
Die dreiteiligen Wobbler besitzen einen roten Tupfer unter dem Hals und die verbesserte Drillingsmontage von DAM, die Glieder sind verstiftet. Der obere zweiteilige Köder ist deutlich anders konstruiert, die Glieder sind mit zwei Schraubösen verbunden. Auch der Zuschnitt der Glieder ist wie beim Gamefisher aus den USA.
Der vordere Teil der Wobbler in der Nahaufnahme.
Beim jüngsten Vampir (oben) ist auch der hintere Drilling anders befestigt.
Charakteristisch ist auch der "Aalstrich" auf dem Rücken.
Zum Vergleich: Oben früher DAM Vampir, unten Gliederzuschnitt wie beim Heddon Gamefisher. Bild: Jürgen Keller

Vor über zehn Jahren konnte man noch sehr ausführliche Artikel des „Antique Tackle Oberserver“ zum Vampir-Wobbler im Internet lesen. Der Autor S. Duma hatte damals intensiv zu diesen Ködern recherchiert und geforscht. Leider sind diese schönen Beiträge inzwischen aus dem Netz verschwunden. Er kam damals zu folgenden Schlussfolgerungen: Die ersten Vampir-Wobbler wurden von Heddon hergestellt und nach Deutschland importiert. 1933 hatte Otto Kuntze seine eigene Version dieses Köders mit stabilerem Zelluloid-Lack und verbesserter Hakenmontage perfektioniert und in Europa vertrieben. DAM importierte auch den „Wigglefish“ von Creek Chub und stellte dann im Gegensatz zum Creek Chub Wigglefish, den es nur in einer Größe gab, einen eigenen Wobbler in drei verschiedenen Größen her. Diese Köder wurden von DAM „Bass“ genannt. DAM stellte auch Köder für die US-Köderfirma Goble her. Bei diesen Ködern handelte es sich um die zwei- und dreiteiligen „Tulsa Wiggler“, die DAM als „Killer“ verkaufte.

Anmerkung vom 28. Juli 2023:

Gerhard Dee schrieb per Mail: „Hallo Thomas, dass Vampir-Wobbler nie mit DAM gemarkt sind, ist nicht ganz zutreffend. Wie das mitgeschickte Foto zeigt, gibt es Exemplare, die zusätzlich mit „DAM-Gerät-Qualität“ auf der Tauchschaufel gepunzt sind. Außerdem kann man relativ einfach zwischen Heddon Game-Fishern und DAM Vampiren unterscheiden (selbst wenn die Aufschrift nicht lesbar ist). Vampire haben auf den Tauchschaufeln immer Befestigungsösen mit gleich kurzen Schenkeln. Bei den Game-Fishern ist der obere Schenkel deutlich länger und die Schraube dementsprechend höher positioniert. Bisher habe ich noch keine Ausnahme von dieser Regel gefunden. Deshalb gilt mein erster Blick bei diesen Ködern immer der Befestigungsöse. Herzliche Grüße, Gerhard“

Nicht so häufig: Vampir mit zusätzlicher DAM-Punze. Beim Heddon Gamfisher (rechts) ist der obere Schenkel der Öse deutlich verlängert.
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