App zur Erfassung von Querbauwerken in Flüssen

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Eines von geschätzten 1,3 Million Wanderhindernissen in Europas Flüssen. Foto: DAFV, Olaf Lindner
Eines von geschätzten 1,3 Million Wanderhindernissen in Europas Flüssen. Foto: DAFV, Olaf Lindner

Flüsse sind mittlerweile die am stärksten bedrohten Ökosysteme der Welt. Aus diesem Grund ist die Renaturierung der Flüsse ein erklärtes europäisches Ziel.

Eine der größten Herausforderungen bei der Renaturierung der europäischen Flüsse auf Grundlage der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist die fehlende Durchgängigkeit. Das AMBER-Projekt hat das Ziel mehr Informationen über die fehlende Durchgängigkeit der Flüsse in Europa zu sammeln, um das Ökosystem Fluss mit sinnvollen Maßnahmen wiederherzustellen. Auf dieser Grundlage wurde ein so genannter „Barriere-Atlas“ (https://amber.international/european-barrier-atlas/) erstellt. Die Abkürzung AMBER steht für „Adaptive Management of Barriers in European Rivers“. Laut AMBER gibt es derzeit in Europas Flüssen ca. 1,3 Millionen Wanderhindernisse.

Hintergrund

Fische müssen Wandern. Viele Fischarten sind auf durchgängige Gewässer zwingend angewiesen. In erster Linie um ihre angestammten Laichplätze zu erreichen, aber auch um neue Gewässerabschnitte zu besiedeln oder im jahreszeitlichen Verlauf den Standplatz zu wechseln. Seit hunderten von Jahren verändern Menschen Gewässer zu ihrem Nutzen. Die Maßnahmen dienen unterschiedlichen Zwecken: Wasserversorgung, Bewässerung, Energieerzeugung, Transportwege und Hochwasserschutz. Die Veränderungen haben für die angestammten Fischarten oft einen hohen ökologischen Preis.

Mach‘ mit, jeder Angler kann helfen

Um der Initiative zu helfen, wurde eine neue mobile App mit dem Namen „AMBER barrier tracker“ entwickelt. Mit dieser App kann jeder Angler auf einfache Weise, Wanderhindernisse an seinem Gewässer erfassen und an das Projekt melden. Die App ist offiziell ab dem 21. April 2018, dem Tag der Wanderfische verfügbar. Wir konnten sie aber schon jetzt als BEta-Version im App-Store (iPhone) oder Play Store (Android) finden und installieren (google play). Die App ist zwar auf nur auf Englisch verfügbar, aber wirklich sehr einfach zu bedienen:

  1. Schießt ein Foto mit Eurem Smartphone
  2. Wählt aus, um was für ein Hindernis es sich handelt (Damm, Schleuse, Wehr…)
  3. Schätzt die Höhe des Hindernisses ab
  4. Gebt an, ob sich das Hindernis über die gesamte Flussbreite erstreckt
  5. Ob das Querbauwerk noch eine Funktion (z.B. Stromgewinnung) hat
  6. Am Ende könnt Ihr noch einen Kommentar einfügen. Fertig!

Der DAFV begrüßt die Initiative des AMBER-Projektes. Jeder Angler kann damit auf einfache Weise einen kleinen Beitrag gegen die fehlende Durchgängigkeit der Flüsse in Deutschland leisten. Es gibt keine anderen Naturnutzer, die so oft und mit so viel Fachwissen an heimischen Gewässern unterwegs sind. Hoffentlich bringt das Projekt irgendwann einen Durchbruch für die vielen Querverbauungen in unseren Flüssen – und das ist wörtlich gemeint.

-pm-

Screenshot der App "AMBER barrier tracker". Bild: DAFV
Screenshot der App "AMBER barrier tracker". Bild: DAFV
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