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10 Flohmarkt-Tipps

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Besonders auf Angelflohmärkten lassen sich früh morgens schöne Schnäppchen machen und auch seltene Stücke finden.

Die einen Angelgeräte-Sammler kaufen lieber anonym und bequem im Internet, die anderen lieben den Charme und den Reiz der Flohmärkte.

Das frühe Aufstehen, dampfender Kaffee im Pappbecher im Morgengrauen, babylonisches Sprachgewirr auf einem Multikulti-Flohmarkt… all diese Eindrücke möchte ich nicht missen. Seit Jahrzehnten bin ich bei gutem Wetter regelmäßig auf den Trödelmärkten meiner Region unterwegs. Hier zehn Tipps, damit der Marktbesuch auch zum Erfolg wird:

  • Nur der frühe Vogel fängt den Wurm! Bei einem Angelflohmarkt oder auch bei einem normalen Flohmarkt muss man unbedingt einer der Ersten sein. Die guten Stücke wechseln meist schon in den ersten Minuten die Besitzer, meistens sogar unter den Standinhabern. Deshalb ist es bei Angelflohmärkten absolut empfehlenswert, sich immer einen Tisch zu mieten. So kommt man oft schon zwei Stunden früher rein, als die normalen Besucher. Wenn diese hineingelassen werden, sind in der Regel alle guten Geschäfte schon gemacht. Profis reisen bei wichtigen Angelflohmärkten schon am Vorabend an. Die ganz großen Geschäfte werden dann im Hotelzimmer oder am Kofferraum gemacht. Bei normalen Flohmärkten ist ebenfalls frühes Aufstehen angesagt. Idealerweise ist man schon vor Ort, wenn die Trödler auspacken und aufbauen. Im Winter notfalls mit der Taschenlampe. Denn Angelgerät wird oft in den ersten Minuten verkauft, oft an potentielle Schwarzangler, die gar nicht wissen, dass sie da eine seltene Rolle für 5 Euro gekauft haben.
  • Flohmarkt ist nicht gleich Flohmarkt. Märkte in der Nähe von größeren Angelgewässern sind oft besonders produktiv, denn dort wohnen und wohnten in der Vergangenheit auch vergleichsweise mehr Angler. Flohmärkte in der Nähe von größeren Städten sind ebenfalls oft empfehlenswerter. Denn nur dort lebten früher die reicheren Berufsgruppen wie Richter und Professoren, die sich teure Rollen von Stork oder Ziegenspeck überhaupt leisten konnten. Ein guter Tipp sind auch Urlaubsregionen und Kurorte, dort haben wohlhabendere Angler sich schon vor 100 Jahren erholt. In abgelegenen ländlichen Gegenden gab es nur arme Bauern, die mit Bohnenstangen und Zwirn gefischt haben.
Es ist schon verrückt, wie wenige deutsche Sammler überhaupt Angelflohmärkte besuchen. Die meisten scheuen die langen Fahrten und kaufen nur im Internet.
  • Auf sich aufmerksam machen! Am besten fragt man Erfolg versprechende Händler und Trödler, ob sie nicht noch altes Angelgerät daheim haben. Im Idealfall lässt man sogar eine Visitenkarte da. Ich kenne sogar Sammler, die laufen mit einem Schild „Suche altes Angelgerät“ über den Sonntags-Flohmarkt. Oft reicht aber eine Rute mit Rolle in der Hand. Verschiedentlich wird man dann an Ständen angesprochen und bekommt die Info „Sowas habe ich auch noch daheim!“.
  • Nicht nur nach altem Angelgerät Ausschau halten! Es kann schon recht frustrierend sein, wenn man auf einem normalen Flohmarkt nur nach altem Angelzeug sucht. Denn nicht immer landet man dort einen Treffer, eher im Gegenteil, meistens geht man leer aus. Deshalb ist es sinnvoll, auch noch andere Sammelgebiete zu bedienen. Ich sammle beispielsweise noch Briefmarken, altes Glas, Kerzenständer aus dem 18. Jahrhundert, Modelle von Fernsehtürmen und so einiges mehr… Auf Angelflohmärkten halte ich auch nach Sammlermessern Ausschau. So wird der Flohmarktgang immer zum Erfolg! Man sollte zur Motivation immer im Hinterkopf behalten, dass man auf Flohmärkten auch riesige Schnäppchen machen kann. So habe ich auf einen Trödelmarkt in Köln vor zig Jahren den restlichen Köder-Nachlass von Schrader kaufen können, für kleines Geld, es war reiner Zufall. Dann traf ich diesen Händler zufällig Jahre später auf einem Flohmarkt 20 Kilometer entfernt, wieder hatte er jede Menge alte Köder dabei. Ich hatte bei der ersten Begegnung vergessen zu fragen…
  • Einmal linksherum, einmal rechtsherum! Wenn ich einen Flohmarkt abgesucht habe, dann laufe ich alle Stände auch immer noch einmal in der Gegenrichtung ab. Oft erscheint einem der Flohmarkt so wie ein komplett neuer Markt. Man sieht aus der neuen Perspektive Sachen, die man beim ersten Durchgehen übersehen hat.
  • Vertikale Strukturen erspähen! Komme ich am Flohmarkt an, dann scanne ich erst einmal das ganze Gelände ab. Ruten werden oft an den Ständen senkrecht aufgestellt und ragen weit über diese hinaus. Die Spitzen sind also schon auf weite Entfernung zu erkennen. Sehe ich einen solchen Rutenwald am Horizont, dann eile ich direkt dorthin, bevor alle Schnäppchen weg sind. Das ist oft eine Sache von Sekunden, oft kommen mir dann schon osteuropäische Angler und andere Frühaufsteher mit frisch erworbenen Ruten und Rollen entgegen.
Wer möchte diesen Stand nicht auch durchstöbern? Da ist für jeden Sammler ein Schnäppchen dabei.
  • Angelgerät kommt selten allein! Finde ich an einem Stand irgendein Angelteil, sei es auch modern, dann untersuche ich das Angebot dieses Händlers ganz genau. Ich schaue bei den Büchern nach Angelbüchern, gucke in alle Schachteln, Taschen und Kisten. Wo eine Angelrolle liegt, findet man fast immer noch mehr!
  • Nicht zögerlich sein! Viele Sammler sind auf Angelflohmärkten viel zu zaghaft. Da wird erst heimlich in Listen nachgeschaut, ob sie dieses Rollenmodell schon in der Sammlung haben oder übers Handy gegoogelt, was dieses Modell aktuell auf ebay bringt. Oft wurden ihnen die Schnäppchen zwischenzeitlich dann schon weggeschnappt. Ich schlage im Zweifelsfall immer gleich zu, notfalls kann ich das Gerät ja auch wieder verkaufen oder vertauschen. Manchmal mache ich so Verlust. Ich habe aber auch so schon die tollsten Fänge gemacht, weil ich einen Köder oder eine Rolle gekauft habe, bei der ich nur eine vage instinktive Ahnung hatte. Daheim hat sich das Teil dann als absolutes Highlight entpuppt.
  • Durchsetzungsvermögen gefordert! An Angelständen mit gutem Zeug geht es oft zu wie an einem hart umkämpften Büfett. Da wird gerangelt und sich breit gemacht. Wer da allzu höflich und zu zurückhaltend ist, hat keine Chance, ein schönes Stück zu ergattern.
  • Nachfragen lohnt sich! Bei guten Trödlern mit viel Angelgerät informiere ich mich immer, wann und wo sie wieder auf einem anderen Flohmarkt zu finden sind. Denn höchstwahrscheinlich haben sie dann wieder neue Ware mit dabei 😉

Weitere Tipps für Angelgeräte-Sammler…

Infos, Fragen und Anregungen bitte an thomas.kalweit@paulparey.de

Viele Sammlerflohmärkte wie dieser in Gevelsberg sind inzwischen Geschichte, weil der Besucherzustrom eher gering war.
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