Von wegen vergesslich!

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Wir machen uns einen Knoten ins Taschentuch – Fische haben das nicht nötig.

Der Psychologe Phil Gee von der Universität in Plymouth hat es durch Experimente bewiesen: Bis zu drei Monate lang können sich Fische problemlos an Erlerntes erinnern. Sie merken sich sogar die genaue Tageszeit der Fütterung.

Die englischen Versuchsfische lernten schnell, dass das Umlegen eines kleinen Hebels in ihrem Aquarium nur zu bestimmten Tageszeiten Futter bringt. Für Dr. Gee ist das nichts neues: „Wissenschaftler wussten schon seit längerem, dass Fische, sogar Goldfische, mehr als nur ein Kurzzeit-Gedächtnis besitzen. Die Forschungen zeigen, dass Fische bis zu drei Monate zurückdenken können. Sie lernen schnell, zwischen verschiedenen Formen, Farben und Tönen zu unterscheiden.“

„Ranch Recalling“

Die Untersuchungen von Phil Gee sind nicht nur reine Grundlagen-Forschung – in der Aquakultur lassen sich die Ergebnisse auch praktisch anwenden: Wildlebende Fische können durch Futter-Automaten trainiert werden. „Wir haben bereits Dorschen und Forellen beigebracht nach einem akustischen Signal zur Futter-Station zu schwimmen. Dieser tägliche Rückruf zur Farm erlaubt uns die Fische auch ohne Käfig und Netz zu überwachen und letztendlich problemlos zu fangen“ schwärmt der Fisch-Psychologe.

Dieses sogenannte „Ranch Recalling“ gilt als Patentlösung für die heutigen Probleme der Fisch-Farmer. Die Massentierhaltung in engen Becken und Schwimmkäfigen führte bisher häufig zu Parasitenbefall und Fisch-Krankheiten – die stressgeplagten Fische müssen ständig mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Medikamenten behandelt werden.

-tk-

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