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Unbekannte Heintz-Blinker

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Zwei ungemarkte Heintz-Blinker: Wer kennt die Hersteller?

Sören Fietz hat uns Foto von zwei Heintz-Blinkern geschickt, denen er keine Herstellerfirma zuordnen kann. Zu den Ködern schrieb er uns:

„Moin Sammler, wer kann mir bei der Bestimmung dieser beiden Heintz-Blinker helfen? Der erste Heintz ist sehr schwer, da er aus einem ungewöhnlich dicken Blech besteht. Ich vermute eine Versilberung der Oberfläche. Der Heintz wurde vor einigen Monaten bei eBay versteigert, die Konkurrenz war zu meiner Überraschung und zu meinem Vorteil relativ gering. Der Verkäufer, ein hier im Blog bekannter und erfahrener Sammler von DAM-Gerät, konnte den Köder bislang auch nicht bestimmen. Der charakteristische Kopfwirbel und die charakteristische Drillingsaufhängung am Schwanz sind mir von Katalogabbildungen der DAM aus den 1930er Jahren sowie von einem Heintz-Blinker aus meiner Sammlung, der eindeutig von der DAM aus der Vorkriegszeit ist, bekannt. Ein solch schweres Exemplar bzw. diese Variante kenne ich von der DAM nicht. Zudem ist die obere Hakenaufhängung zeituntypisch für die DAM, erst in den 1950er Jahren wurden dort solche Hakenaufhängungen verwendet. Beim zweiten Heintz mache ich es kurz: Ich habe keine Ahnung, ich vermute lediglich eine Produktion in den späten 1950er oder in den 1960er Jahren. Wer hat erhellende Informationen? Grüße Sören“

Hallo Sören, bei der Unzahl von verschiedenen Heintzblinkern ist es fast unmöglich, sie sicher einem Hersteller zuzuordnen. Fast jede Firma in Mitteleuropa hatte irgendwann Heintzblinker im Programm, und das über hundert Jahre. Es wurde kopiert, abgekupfert, zugeliefert… Gefühlsmäßig würde ich Deine beiden Köder in den Alpenraum packen, wahrscheinlich sogar nach Österreich. Dort waren die „Heintzer“ beim Huchenfischen sehr beliebt, die dickblechigen Exemplare wurden speziell für die starke Strömung gebaut. Aber vielleicht hat ein Ködersammler noch eine bessere Idee. Beste Grüße Thomas

Infos, Fragen oder Anregungen bitte an thomas.kalweit@paulparey.de

Der erste "Heintz" ist besonders dickblechig. Den an Draht angewickelten oberen Drilling kennen wir auch von DAM-Heintzblinkern aus den 1980er Jahren.
Der Sneckbent-Drilling zeugt von höherem Alter. Die Wirbel sind ungewöhnlich massiv. Wahrscheinlich war dieser Blinker vor allem fürs Huchenfischen gedacht.
Zum Vergleich: Dieser kleine DAM-Heintzblinker besitzt einen vergleichbar robusten Wirbel.
Der untere Drilling ist wie bei den früheren Heintzblinkern befestigt (Kugel am Schenkel).
Hier wurde Wert auf Stabilität gelegt.
Der zweite "Heintz" ist dünnblechiger, deutlich breiter und aus Messing.
Besonders eigentümlich ist die obere Drillingsmontage mit einem langen Schlitz, der bis zum vorderen Wirbel reicht. Auch die Umwicklung des Drillings mit Draht fällt gefährlich kurz aus.
Auch hier hält eine Kugel den Drilling im Schlitz. Auch der vordere Nadelwirbel wurde gelötet.
Die hintere Drillingsbefestigung.

Anmerkung vom 3. August 2023:

Sören Fietz ergänzte per Mail: „Moin, dieser Heintz-Blinker, mit großer Ähnlichkeit zu einer Abbildung aus einem DAM-Katalog von 1933, hat die gleiche Montierung, wie einer der hier vorgestellten Unbekannten. Gruß Sören“

Heintzblinker im DAM-Katalog der 1930er Jahre. Man beachte Aufschrift und Montierung.

Anmerkung vom 4. August 2023:

Der Heintz mit dem Schlitz und vorderem Drilling, der nur mit zwei Drahtwicklungen befestigt ist, scheint von Adolf Holub (AHO) in Wien hergestellt worden zu sein. Hier ein mit „AHO“ gemarkter Heintz mit identischer Drillingsmontage:

Identische Drillingsmontage: Dieser Heintz ist mit AHO gemarkt.
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