Sachsen: Der Stausee Bautzen

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Sachsen: Der Stausee Bautzen
Der Stausee Bautzen: weithin bekannt für einen hervorragenden Fisch- und Fischartenbestand.

Atlantis für Zander und Co.

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  • Prächtige Hechte, Zander und Karpfen … Unzählige Petrijünger aus nah und fern erleben am Stausee Bautzen alljährlich wunderschöne Angeltage. Von Mathias Fuhrmann

  • Der 578 Hektar große Stausee Bautzen in der Oberlausitz wurde in den 70er Jahren
    des vergangenen Jahrhunderts zur Wasserstandsregulierung und zum Hochwasserschutz angelegt. Im Laufe der Jahre hat sich ein hervorragender Fischbestand entwickelt, der den Spree-Stausee über die Landesgrenzen hinaus beliebt gemacht hat.

    Insbesondere die guten Zanderfänge locken alljährlich zahlreiche Petrijünger an den See. Aber auch von Karpfenanglern wird das Gewässer häufig frequentiert. Leider sind die Uferangelmöglichkeiten durch Bebauung, Naturschutzgebiete sowie starken Bewuchs eingeschränkt. Daher empfiehlt es sich, vom Boot aus zu fischen.

    Die Einladung von Toralf Kriewitz, den ich von gemeinsamen Streifzügen auf den Bodden kenne, im Stausee Baut-zen zu angeln, nahm ich gerne an. Immerhin haben er und seine Freunde dort bereits viele kapitale Raubfische, insbesondere Zander und Hechte, erbeutet.

    Mit vier Petrijüngern auf zwei Booten mit Elektromotoren starteten wir unseren Törn in der Nähe des Staudamms. Sofort fiel mir ein Algenteppich auf, und Toralf berichtete von einem Blaualgenproblem, das trotz vieler Versuche noch nicht in den Griff zu bekommen war. Die Algen behindern zwar den Badebetrieb am See, haben jedoch für Angler kaum eine Bedeutung.

    Das Wasser war trüb, also genau richtig für unseren Zielfisch, den Zander. Allerdings kündigte der Wetterbericht ergiebige Niederschläge sowie einen deutlichen Temperatureinbruch an. Das war natürlich nicht so prickelnd.

    Gespannt schaute ich auf den Bildschirm des Echolots, um mir einen Überblick zu verschaffen. Gleichmäßig monoton wurde der Gewässergrund angezeigt, und ab und zu waren einzelne Kleinfischschwärme zu sehen. Plötzlich jedoch wurde die Struktur unruhiger, und Toralf zeigte mir den ersten Hotspot.

    Eine alte Obstbaumplantage, besser gesagt deren Reste, kamen zum Vorschein. Dort halten sich mit Vorliebe Kleinfische auf, gefolgt von Räubern. Nicht weit davon entfernt, gelangten
    wir über die Reste eines alten Dorfes, einer Hochburg für Zander. Es gibt zwar
    kaum noch Mauerreste, aber der steinige, strukturreiche Boden bietet den Fischen ideale Lebensbedingungen.

    Ich wollte gerade einen Köder aus der Box kramen, da fuhr Toralf auch schon weiter. Auf meinen erstaunten Blick hin sagte er: „Wir fahren erst einmal woanders hin, wirst schon sehen.“ Ziel war das alte Bachbett. Mit viel Gefühl legte Toralf das Boot an die Scharkante, und die beiden Freunde im Nachbarboot taten es ihm gleich. „Hier ist jederzeit mit einem Zander zu rechnen“, verkündete er.

    Mit zwölf Zentimeter langen Gummifischen an zehn bis 15 Gramm schweren Köpfen klopften wir den Grund systematisch ab und erhielten schon bald den ersten zaghaften Biss. Dann jedoch kam im Nachbarboot Unruhe auf. Unverkennbar: Ein guter Fisch hatte den Köder genommen, denn die Rute bog sich gewaltig.

    Wir lichteten den Anker und fuhren hin, um ein paar Fotos zu machen. Es lohnte sich. Ein wunderschöner Zander mit einer Länge von knapp 80 Zentimetern wurde kurze Zeit später gelandet.

     

    Kann man vorzeigen! Ronny Hanusch mit seinem Prachtzander.

    Während unangenehmer, kalter Regen einsetzte, harkten wir weiterhin die Scharkanten des Bachbetts ab und probierten unser Glück außerdem an zahlreichen anderen Stellen – leider ohne Erfolg. Da uns der Regen in der Zwischenzeit ziemlich durchgeweicht hatte, beschlossen wir, die nächste Gaststätte aufzusuchen. Dort plauderte Toralf aus der Schule:

    Im Großen und Ganzen verfügt der Stausee Bautzen über einen sehr guten Fischbestand. Allerdings springen einem die Flossenträger selbst dort nicht einfach ins Boot. Wie überall gibt es gute und schlechte Angeltage. Die beliebtesten Raubfische sind Zander, Hechte, Barsche und Aale. Zander haben mit Längen von 65 bis 70 Zentimetern beachtliche Durchschnittsgrößen. Hechte sind zwar seltener, gute Fänge jedoch immer möglich.

    Stolz präsentiert Jan Gebhardt seinen Zander, den er mit einem Bass Assassin Sea Shad fing.

    Generell wird versucht, den Wasserstand möglichst stabil zu halten. Da die Talsperre zur Wasserstandsregulierung der Spree gebaut wurde, erfolgt meist ab Juli eine Absenkung um zwei bis drei Meter. Den Räubern darf ausschließlich mit Kunstködern nachgestellt werden.

    Als besonders guter Köder für den Fang von Zandern hat sich der Gummifisch Kopyto 4-L von Relax herausgestellt.

    Das mitgebrachte Boot kann an mehreren Stellen ins Wasser gelassen werden, zum Beispiel am Seglerheim. Als Antrieb sind Elektromotoren vorgeschrieben. Das Schleppen ist zwar verboten, vom driftenden Boot aus allerdings darf geangelt werden. Leihboote sind nicht erhältlich. Beliebteste Köder zum Raubfischangeln sind Gummifische in Längen von acht bis 23 Zentimetern. Im Sommer eher die kleineren, im Winter die größeren Modelle.

    Auch das Vertikalangeln erfreut sich großer Beliebtheit. Dafür kommen Köder wie No Action Shads oder Drop Shots zum Einsatz. Hier gilt, sich im Angelgeräte-Fachgeschäft zu informieren, was gerade geht.

    Die beste Zeit auf Raubfische sind die Monate November und Dezember. Pro Tag dürfen fünf Barsche sowie ein Hecht oder ein Zander mit Mindestmaßen von 60 Zentimetern entnommen werden. Außer Raubfischanglern kommen am Stausee Bautzen ebenfalls Karpfen-Freaks auf ihre Kosten. Spiegler in Gewichten bis etwa 36 Pfund sind zu fangen. Im Schnitt wiegen die Moosrücken um die 20 Pfund. Schuppenkarpfen erreichen Maximalgewichte um die 25 Pfund. Die größten Erfolgsaussichten bei der Fischwaid auf Karpfen bietet das Nachtangeln. Leider ist das Ufer oft schwer begehbar und an vielen Stellen verschlammt. Am Nordufer bei Dahlowitz jedoch befinden sich mehrere gute Angelplätze. Weil im See Muscheln vorkommen, sollten Schlagschnüre eingesetzt werden.

    Mit Beginn der Dämmerung steigen die Chancen, einen kapitalen Karpfen zu erwischen.

    Die Erfolg versprechendsten Monate, den Karpfen nachzustellen, sind April bis Juni sowie September bis November. Sprechen Sie mit Sven Stübner im Angelzentrum Bautzen. Er ist ein Spezialist und spart nicht mit guten Ratschlägen.

    Stausee Bautzen: Gewässer Check

    Informationen und Lizenzen: Angelzentrum Bautzen, Holzmarkt 17, 02625 Bautzen, Tel. 03591/ 530135, Internet: www.angelversum.de; Angelprofi Bautzen, Moskauer Str. 39, 02694 Niederguring, Tel. 03591/679100. Weitere Infos erhalten Sie unter www.anglerverein-bautzen.de sowie bei Toralf Kriewitz unter www.predator-lures.com

     

    Gebühren: Die Tageskarte kostet 10, die Wochenkarte 33,23 Euro.

     

    Mindestmaße cm/Schonzeiten: Hecht 60/1.2.-30.4., Zander 60/1.2.-31.5., Aal 40/-, Barsch 25/-, Karpfen 40/-, Graskarpfen 60/-, Schleie 25/-, Rotfeder 20/-.

     

    Bestimmungen: Zwei Ruten. Es darf vom Boot aus mit E-Motor geangelt werden. Driftfischen, Nachtangeln und Echolot sind erlaubt, Schleppen verboten. Raubfischangeln mit Kunstködern ist vom 1.10. bis 31.5. verboten. Fangbegrenzung: maximal ein Hecht oder Zander, fünf Barsche und zwei Karpfen.

     

    Lage: In der Oberlausitz in Sachsen zwischen Dresden und Görlitz.

     

    Unterkünfte: Einkehrhaus Lubachau, 02625 Bautzen, OT Lubach Nr. 18, Tel. 035935/20598; Gasthof „Zur alten Böttcherei“, Jeschützer Str. 20, 02694 GroßDubrau, OT Quatitz, Tel. 035 935/3340, www.zur-alten-boettcherei.de; Touristinformation Bautzen, Hauptmarkt 1, 02625 Bautzen, Tel. 03591/42016, www.bautzen.de/tourismus

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