Rute von Hinkert?

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Alte Holzrute mit seltsamer Marke "Th. H." - Initialen des Herstellers oder des Besitzers? Oder ist das "H" gar kein "H"?

Vor ein paar Tagen erreichten mich Bilder einer sehr interessanten alten Rute mit einer ungewöhnlichen Markung.

Der Besitzer des schönen Stücks, Michael Heider, schrieb per Mail: „Sehr geehrter Fischerfreund, ich habe vor kurzem eine Rute von H. Hildebrand München erstanden. Mit dabei war eine weitere und für mich interessantere gespließte Rute mit den Initialen Th. H., die ich jedoch nicht richtig zuordnen kann. Ich habe vor kurzem zwei ältere Blogs „Die Meister aus München“ und „Vergessene Fabrikanten“ auf der Fisch & Fang Internetseite gelesen. Da dachte ich mir, dass Sie da möglicherweise weiterhelfen könnten?! Handelt es sich möglicherweise um eine Rute der Firma Hinkert, des Vorgängers von Hildebrand? Leider habe ich nichts zum Vornamen Hinkerts gefunden. Anbei zwei Fotos der besagten dreiteiligen Rute. Freundliche Grüße aus München, Michael Heider“

Die Münchner Angelgerätefirma Firma Hildebrand, später Hildebrand-Wieland, war der Nachfolger von Heinrich Hinkert, Heinrich Hildebrand hatte in die Familie Hinkert eingeheiratet und beim Meister gelernt. Hinkert-Ruten sind aber meines Wissens immer auch mit „Hinkert München“ gemarkt (siehe Foto ganz unten), ich besitze ein Exemplar, kenne auch Bilder einer weiteren. Auch war der Vorname von Hinkert leider nicht Thomas oder Theodor sondern Heinrich. Sowohl der letzte Hinkert (1841-1907) als auch sein Vater (geboren 1816) hießen beide Heinrich mit Vornamen. Es könnten sich bei Th.H. (das „H“ könnten auch zwei verschlungene Buchstaben sein, etwa IC) aber auch durchaus um die Initialen des Besitzers der Rute handeln. Bei reichen Leuten war es damals üblich, in alle Besitztümer aus Metall den Namen eingravieren zu lassen – ins Besteck, das Taschenmesser, den Federhalter bis hin zur Taschenuhr…

Wer weiß mehr? Infos an thomas.kalweit@paulparey.de

Ruten von Hinkert sind mit "H. Hinkert München" gemarkt, in für das Alter vergleichsweise moderner Schrift. Immerhin sind es wohl die ältesten gemarkten Ruten deutscher Bauart. Das "Ü" wurde vor über 100 Jahren für den Weltmarkt bereits durch ein internationales "UE" ersetzt.
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