ANZEIGE

Neugierig machen auf Meeresbewohner

215
Diese „heiße Schnecke“ (Chrysomallon squamiferum) lebt in Hydrothermal-Quellen in der Tiefsee. Dort kann es bis zu 400°C heiß werden. Und obwohl sie 2.500 Meter unter der Wasseroberfläche lebt, ist sie vom Aussterben bedroht. Bild: Senckenberg
Diese „heiße Schnecke“ (Chrysomallon squamiferum) lebt in Hydrothermal-Quellen in der Tiefsee. Dort kann es bis zu 400°C heiß werden. Und obwohl sie 2.500 Meter unter der Wasseroberfläche lebt, ist sie vom Aussterben bedroht. Bild: Senckenberg

Vier Meeresbewohner, vier Sprüche, ein Ziel: Seit heute zeigt das Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt im Rahmen einer Plakatkampagne in der Mainmetropole ungewöhnliche Kleinstlebewesen aus dem Meer.

Die großformatigen Motive sollen neugierig machen auf die Forschung zur marinen Zoologie in Frankfurt. Augenzwinkernd wird damit gespielt, dass die Abbildungen der Tiere von Sprüchen begleitet werden, die man als Mensch eher aus der Welt des Datings kennt. So lebt die zitierte „heiße Schnecke“ in Hydrothermalquellen in der Tiefsee, dort kann es bis zu 400 Grad Celsius heiß werden.

„Die meisten Menschen im Rhein-Main-Gebiet kennen natürlich unser Naturmuseum, viele sicherlich auch unsere Forschung etwa rund um die Grube Messel oder Tierarten wie Insekten oder Vögel. Aber auch marine Forschung gehört nach Frankfurt, und dafür wollen wir mit der Plakatkampagne begeistern“, berichtet Prof. Dr. Julia Sigwart, Sektionsleiterin der Malakologie am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt.

Ausgestorben, noch bevor man sie kennt

Die gezeigten Tiere – ein Kalmar, ein Wurm, eine Schnecke und ein Krebs – sind allesamt wirbellose Spezies. 95 Prozent der im Meer lebenden Arten gehören zu den Wirbellosen und ganze 90 Prozent davon sind noch unbekannt. Doch macht der menschengemachte Klimawandel auch vor den Meeren keinen Halt und ist besonders für diese Tiergruppe eine Bedrohung. Die Konsequenz: Marine Lebewesen sterben aus, bevor sie überhaupt einen wissenschaftlichen Namen haben. Dieser Herausforderung zu begegnen hat sich das Projekt SOSA (Senckenberg Ocean Species Alliance), angesiedelt am Frankfurter Forschungsinstitut, zum Ziel gemacht. In der Mainmetropole beheimatet, nehmen die Forschenden Funde aus aller Welt entgegen, um sie taxonomisch nach einem standardisierten System zu beschreiben und zu klassifizieren. Die neubeschriebenen Arten erhalten dann einen Namen und ihr Bedrohungsstatus wird ermittelt. Dabei arbeitet Senckenberg mit der Roten Liste der IUCN zusammen, der internationalen Referenzstelle für gefährdete Tierarten.

„Was man nicht kennt, kann man nicht schützen“, erklärt Sigwart und fährt fort: „Daher laden wir alle Menschen ein, mehr über die faszinierenden Meeresbewohner zu lernen, denen man im Badeurlaub sicherlich nicht so ohne weiteres begegnet.“ Die Plakate führen zu einer Webseite mit weiterführenden Informationen zu den abgebildeten Tieren und zum Projekt SOSA. Dort gibt es zudem Hinweise wie man sich weitergehend informieren und einbringen kann: www.senckenberg.de/sosa

-Pressemitteilung Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung-

In der Tiefseeausstellung – dem „Darkroom“ des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt – kann man eintauchen in eine Welt ohne Licht. Durch Biolumineszenz machen Meereslebewesen dort auf sich aufmerksam. Bild: Senckenberg
In der Tiefseeausstellung – dem „Darkroom“ des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt – kann man eintauchen in eine Welt ohne Licht. Durch Biolumineszenz machen Meereslebewesen dort auf sich aufmerksam. Bild: Senckenberg
ANZEIGE
Abo Fisch&Fang