Honiggelbe Sportex-Rute

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Sehr hübsch: Honiggelber Blank mit feuerroten Wicklungen.

Die berühmten honiggelben Sportex-Hohlglasblanks waren einmal legendär. In meiner Angeljugend, so in den 1980er Jahren, wurde sehr viel mit gelben Sportex Turbo-Teleskopruten gefischt. Genau, die mit den schwarzen vierkantigen glatten Hartschaumgriffen! Viele erinnern sich sicher noch.

Heute möchte ich einmal eine frühe Sportex-Hohlglasspinnrute vorstellen. Sie wurde mir von Ludger Depenbrock, dem Inhaber von Angelsport Dellbrück in Köln übergeben. Vor einigen Jahren haben wir dort den Film „Deutschlands urigster Angelladen“ gedreht.

Die Rute ist aus „Sportex Fiberglas“, 180 cm lang, Wurfgewicht 30g, Bestellnummer SP 1806 C. Auf dem Schraubrollenhalter steht „ALLAN DES.PAT.196517“, er wurde offenbar zugekauft. Die Rute müsste aus den 1960er Jahren stammen. Ich besitze einen Sportexkatalog von 1969, darin befinden sich noch sehr ähnliche Ruten und Bestellnummern. „SP“ steht anscheinend nicht für Sportex, sondern für „Spinnrute“, Einhandspinnruten aus Fiberglas, die auch noch später diese Bestellnummer trugen. Bestellnummern von Grundruten begannen mit der Abkürzung „GR“, Surfruten für die Brandung mit „SU“, Teleruten mit „TEL“ usw.

Ein Vorläufer der Firma Sportex wurde 1949 als Großhandelshaus J. J. Marxen in Hamburg gegründet. Anfangs wurden vor allem Glasfiberruten aus den USA importiert. Anfang der 1950er kommt die Graf Hagenburg KG aus Sonthofen mit der Superflex-Vollglasrute auf den Markt, deren Exporteur die Sportex GmbH mit Sitz in Ulm wird. Der Name Sport-EX bezieht sich deshalb auch auf den Export von deutschem Angelgerät ins Ausland. Wenig später trumpft Sportex selbst mit den ersten Hohlglas-Ruten auf, vielen sind die berühmten honiggelben Blanks sicher noch bekannt. Anfang der 1950er Jahre wird auch in Ulm die Rollenproduktion aufgenommen, viele dieser Rollen landeten vor allem als Exportartikel im Ausland.

Die Geschichte der Firma Sportex, FISCH & FANG März 2019…

Wer weiß mehr? Infos an thomas.kalweit@paulparey.de

Noble Ausstattung: Messinghülsen, Aluminium-Schraubrollenhalter von "Allan", Korkgriff.

Anmerkung vom 25. März 2021:

Jürgen Keller schrieb per Mail: „Hallo Thomas, deine Ansicht, die Fa J.J. Marxen sei ein Vorläufer von Sportex kann ich nicht teilen. Ich denke eher, Marxen war ab 1949 Handelspartner für den nördlichen Bereich in Deutschland. Meinen Recherchen nach wurde die Fa. Sportex Sportartikel GmbH am 17.12.1946 in Ulm gegründet. Inhaber waren der Fabrikant Hans Hammer (Erbacher Ski-Hersteller) und der Kaufmann Paul Voss. Zweck der Firma war der Export-Grosshandel von Sportartikeln. Der Warenumsatz belief sich vom 1.4.1947 bis 31.3.1948 bereits auf 1.105000 RM. Sportex hatte aber immer wieder mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen und ging bereits 1958 in Konkurs, der Jahre später wieder aufgehoben wurde. Gruß Jürgen“

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