Ehrenamtliche Arbeit der Angler unbezahlbar

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Ein Gewässer wird von Anglern im Ehrenamt wieder in einen naturnahen Zustand versetzt. Fotos: Henning Stilke

Am 30. April fand der Sportfischertag des Angelfischerverbandes Weser-Ems in Westerstede statt. Die ehrenamtliche Arbeit war das große Thema der Gäste und Ehrengäste.

Die ehrenamtlichen Arbeitsleistungen der Angler für Gewässer und Artenschutz sind unbezahlbar. Darin waren sich die zahlreichen Gäste und Ehrengäste beim Sportfischertag 2022 des Angelfischerverbandes Weser-Ems am 30. April in Westerstede einig. Der Verband hatte gemeinsam mit dem ASV Apen zu der Veranstaltung im Hotel Sonnenhof eingeladen.

Klaus-Dieter Mau, Präsident des Deutschen Angelfischerverbandes, Heinz Gräßner, Präsident des Angelfischerverbandes Weser-Ems, und Helmut Janßen, 1. Vorsitzender des Sportfischervereins Apen (v.l.) beim Sportfischertag in Westerstede.

Wächter und Kümmerer

Der Bürgermeister von Apen, Matthias Huber formulierte es in seinem Grußwort so: „Die Angler haben Orts- und Gewässerkenntnisse, die sonst keiner hat. Die amtlich Beschäftigten würden gar nicht überall hingelangen, wo die Angler sind. Dadurch gibt es immer wichtige Rückmeldungen zu den Gewässern von den Anglern, die man sonst nicht bekäme.“ Angler seien Wächter und Kümmerer, so Huber. Sie seien deshalb ein großer Gewinn für die Gemeinde. Huber lobte auch die Jugendarbeit der Angler, mit der jungen Menschen der Zugang zur Natur ermöglicht wird.

Der Bundestagsabgeordnete der FDP und Präsident des Deutschen Fischerei-Verbandes, Dr. Gero Hocker, betonte in seiner Rede, dass Angler sich im Ehrenamt praktisch für Biodiversität und Nachhaltigkeit einsetzen und nicht nur theoretisch wie manche Tierschützer. Angler würden viel für den gelebten Naturschutz leisten. Dabei würden sie durch Prüfungen unter Beweis stellen, dass sie etwas von der Sache verstehen.

Dass in unseren Gewässern wieder Lachse und Meerforellen schwimmen, ist nur den ehrenamtlich arbeitenden Anglern zu verdanken.

Pragmatismus und Einsatz

Auch Oliver Lottke von der SPD-Fraktion des Niedersächsischen Landtags wies auf das hohe ehrenamtliche Engagement der Angler hin. Angler würden dabei einen besonderen Pragmatismus zeigen. Ein gutes Beispiel sei das Angebot des Angelfischerverbandes Weser-Ems, mit Kindern aus der Ukraine angeln zu gehen. Hier würden Angler Sprachbarrieren abbauen und Solidarität zeigen.

Anerkennung für den hohen ehrenamtlichen Einsatz der Angler gab es auch von Dr. Nick Büscher von NABU Niedersachsen, der betonte, dass er den Angelfischerverband Weser-Ems als einen befreundeten Naturschutzverband und nicht als einen Gegner betrachtet.

100.000 Arbeitsstunden pro Jahr

Wie hoch der Wert der ehrenamtlichen Arbeit von Anglern ist, kann man nur grob schätzen. Der Angelfischerverband Weser-Ems hat seine über 100 Mitgliedsvereine dazu befragt. Danach sind es rund 4.500 Ehrenamtliche in den Vereinen, die jährlich ihre wertvolle Arbeit verrichten. Dabei kommen etwa 100.000 Arbeitsstunden pro Jahr zusammen. Außerdem werden von den Anglern jährlich rund 250.000 Euro aus den Mitgliedsbeiträgen in die Projekte und Aufgaben investiert.

Zu den Arbeiten gehören Renaturierungsmaßnahmen an den Gewässern, das Monitoring der Wandersalmoniden und Neunaugen, die intensive Arbeit bei der Erbrütung von Fischnachwuchs, Aktionen mit Schülern und Schülerinnen, aber auch der Einsatz für Artenschutz außerhalb der Gewässer wie beim Bau von Nistkästen und Insektenhotels. Nicht zuletzt sind es zum Teil groß angelegte Müllsammelaktionen zur Reinigung der Gewässer und Uferbereiche – bei denen der gefundene Müll übrigens in aller Regel nicht von Anglern stammt.

-hs-

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