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Dürre setzt den Flüssen zu

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Auch die Elbe in Sachsen liegt in heißen Dürresommern zu weiten Teilen trocken. Bild: BUND Sachsen

Die anhaltende Dürre macht auch den Flüssen zu schaffen. Sommer für Sommer regnet es zu wenig, die Wasserstände sinken.

Durch Begradigung und Kanalisierung mit Staustufen sind viele Flüsse zusätzlich gestresst. Sie sind schon jetzt in einem schlechten ökologischen Zustand, der durch die Klimakrise verschärft wird. Der Ausbau unserer Flüsse zu Wasserstraßen hat gravierende ökologische Folgen, die durch die anhaltende Dürre verstärkt werden. Die Revitalisierung oder Renaturierung von Flüssen und ihren Auen ist erforderlich, um deren ökologische Funktionen gerade angesichts der Klimakrise zu erhalten.

Fische ersticken in der Tideelbe

Iris Brunar, wissenschaftliche Mitarbeiterin im BUND-Elbeprojekt: „Ungeachtet der gravierenden Folgen sollen Flüsse weiter ausgebaut werden. Dabei gibt es bereits genug Probleme für die Flüsse in Deutschland. In der Tideelbe ersticken fast jedes Jahr tonnenweise Fische. Das Sauerstoffloch ist eine Folge der Vertiefung des Flusses für die Schifffahrt. An Rhein oder auch an der Elbe fallen Kiesbänke und Auen trocken, weil das Wasser der künstlich eingeengten Flüsse für die Schifffahrtsrinne gebraucht wird. Aufgrund der Tiefenerosion als eine Folge der künstlichen Einengung gräbt sich die Mittlere Elbe immer tiefer in ihr Sandbett und entzieht so der Aue noch mehr Wasser. An den gestauten Flüssen wie Main und Mosel leidet die Wasserqualität in Folge der Hitze, der Sauerstoffgehalt nimmt ab. Die Stauhaltung wird zudem zur Quelle des Klimagases Methan.“

Seit sechs Jahrzehnten verfolgen die jeweiligen Bundesregierungen das Ziel, die Verkehre von der Straße nicht nur auf die Schiene, sondern auch auf das Wasser zu verlagern. Dazu wurden Flüsse begradigt, mit Staustufen kanalisiert und vertieft. Trotz der enormen Zunahme von transportierten Gütern insgesamt blieb diese Wasserstraßen-Strategie bislang jedoch wirkungslos. Der Konkurrenzdruck des billigen Lkw ist zu groß. Künftig wird es angesichts zunehmender und längerer Trockenphasen noch schwieriger, das Ziel der Verkehrs-Verlagerung aufs Wsser zu erreichen, ohne die natürlichen Lebensräume Flüssen und Auen weiter massiv zu schädigen.

Nicht Flüsse müssen sich den Schiffen anpassen, sondern Schiffe den Flüssen

Alle Ausbaumaßnahmen an Flüssen zugunsten der Binnenschifffahrt müssen zwingend die Vorgaben des EU-Naturschutz- und Wasserrechts beachten. Brunar: „Die Klimakrise schreitet mit großen Schritten voran und beschleunigt die menschengemachte Wasserkrise. Der BUND fordert, dass die Planungen von Wasserstraßen an diese Entwicklung angepasst werden. Statt die Flüsse an immer größere Schiffe anzupassen, sollten neue, für Niedrigwasser geeignete Schiffstypen, die die besseren digitalen Vorhersagen ergänzen, etabliert werden.“

Flüsse sind Lebensadern und nicht nur Wasserstraßen. Ihre Landschaften bieten Lebensräume für viele Pflanzen und Tierarten. Intakte Auen sind unverzichtbare Wasserspeicher, die Trockenheit abmildern können. Damit tragen sie bei, den Landschaftswasserhaushalt zu stabilisieren.

-Pressemitteilung Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland-

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