Buch über alte schwedische Angelköder

246
Legendärer Metallhecht von Leidesdorff aus der Zeit um 1870.

Unter dem Titel „Antika Svenska Gäddor och unika Fiskedrag“ (Antike schwedische Hechte und einzigartige Angelköder) hat der Schwede Hans-Erik Hörnfeldt ein Sammlerbuch herausgebracht.

Präsentiert werden Kunstköder von Leidesdorff, Lundgrens, Fröberg, Spinax, Hudikfabriken usw. von ca. 1800 bis 1930. Das Angeln mit Kunstködern (einfache Blech-Dargen) ist für Schweden bereits um 1671 belegt.

Spektakulär sind die gezeigten Glas- und Perlmuttfische aus der Zeit um 1880, absolute Ausnahmeköder mit Whow-Faktor sind aber die handbemalten Metallhechte von Leidesdorff, die zwischen 1870 und 1887 in Stockholm hergestellt wurden. Das Buch zeigt, dass Schweden eine ebenso reiche und frühe Geschichte in der Produktion von Angelgeräten hat, wie etwa England oder die USA. Die schwedische Kunstköder-Produktion war schon auf einem Höhepunkt, als in Deutschland ganz zaghaft damit begonnen wurde. So haben etwa die archaischen Nordland-Spinner von DAM eindeutig schwedische Vorbilder, wahrscheinlich wurden sie anfangs sogar aus dem Norden importiert.

Ein besonderer Augenöffner waren die im Buch gezeigten schwedischen Spinax-Wobbler aus den 1920er Jahren, die doch den DAM Ever Ready-Wobblern aus dieser Zeit extrem ähnlich sehen. Die Form der Tauchschaufel und sogar Dekore und Köderformen sind fast identisch, auch besitzen die Köder Glasaugen und wurden mit Zellulose-Lack versiegelt. Auch von Spinax gab es einen mehrgliederigen Hecht mit spitzer Schnauze und hochrückige Wobbler, die doch den Novum-Wobblern von DAM sehr ähnelten. Hier muss noch geforscht werden, wer damals von wem abgekupfert oder für wen produziert hat.

Für Sammler alter deutscher und englischer Köder ist das Buch sehr empfehlenswert, zeigt es doch, wie wichtig die schwedischen Einflüssen auch auf große Hersteller in England und Deutschland waren.

Etwas Kritik darf aber auch sein: Die Scans der Leidesdorff-Katalogseiten sind leider sehr unscharf und verpixelt, einzelne Köder sind da kaum auszumachen. Die englische Übersetzung zum schwedischen Text ist teilweise etwas holperig, weil die schwedischen Angelfachbegriffe wörtlich ins Englische übertragen wurden, aus „skeddrag“ (schwed. für Blinker) wird „spoon draught“ („Löffel gezogen“), aus „glasögon“ (schwed. für Glasaugen) werden „glasses“ (engl. für Brille).

Info: Format 22x27cm, 112 Seiten, Hardcover. Das Buch ist für umgerechnet ca. 50 Euro (ca. 30 Euro plus Versand) auf Tradera zu finden oder in Englisch per Mail an alpgatan@hotmail.com beim Autor zu bestellen. Gedruckt wurden nur 100 Exemplare. Mein Exemplar hatte die Nummer 60, der Restbestand ist also begrenzt.

Mehr Bilder aus dem Buch auf tradera…

"Dubbla Metall-Fiskar" von Lundgrens, Stockholm.
Abo Fisch&Fang