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Baden-Württemberg: Ab ans Nass

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Der Uracher Wasserfall ist ein beliebtes Wanderziel, hier stürzt das Wasser 40 Meter in die Tiefe. Bild: TMBW/Gregor Lengler
Der Uracher Wasserfall ist ein beliebtes Wanderziel, hier stürzt das Wasser 40 Meter in die Tiefe. Die Naturlandschaften in Baden-Württemberg bieten viele Möglichkeiten für Wanderungen und Radtouren am Wasser. Bild: TMBW/Gregor Lengler

Vor zig Millionen Jahren formten Eis und Wasser die Naturlandschaften im Süden. Entstanden sind liebliche Täler, in denen Bäche plätschern, tiefe Schluchten mit tosenden Wasserfällen, weitverzweigte Höhlen und Unterwasserkanäle, über die Wasser in die Quelltöpfe und Flüsse gelangt.

Die nicht selten geschützten, urwüchsigen Landschaften lassen sich auf abenteuerlichen Wanderungen oder Radtouren durch Baden-Württemberg erkunden.

Überraschend alpin: Margarethenschluchtpfad Odenwald

Mit einmaligen Blicken auf Wasserfälle, Höhlen und Felsstürze führt ein steiler Pfad durch die Margarthenschlucht im Odenwald bei Neckargerach. Immer wieder kreuzt man auf dem „Margarethenschluchtpfad“ den Flursbach, springt von Stein zu Stein oder überwindet mit Hilfe von Seilen hohe Kaskaden und Felsen. Gute 110 Meter sprudelt der Bach die Schlucht hinunter und zählt damit zu Deutschlands höchsten Wasserfällen. Etwas abenteuerlich ist die Tour mit alpinem Charakter durchaus. Aber mit gutem Schuhwerk und etwas Konzentration bietet er für die ganze Familie einen erlebnisreichen Ausflug.

Unbezwingbar wild: Erkundungstour an Kocher und Jagst

Tief in den Muschelkalk eingeschnitten hat sich die Jagst zwischen Crailsheim und Kirchberg. Der Fluss ist dort völlig ungebändigt, naturbelassen und nicht begradigt. Eindrückliche Blicke tief hinab in die steile Schlucht erhält man auf den höheren Wanderwegen, zum Beispiel in der Nähe des Baierlesstein. Bikende Wasserfans können die Gegend auf dem „Kocher-Jagst-Radweg“ erkunden. Durch drei Querwege kann die Zwei-Flüsse-Rundtour mit dem Radweg „Liebliches Taubertal“ zu einer Drei-Flüsse-Tour kombiniert werden.

Bilck vom Kocher-Jagst-Radweg in Hohenlohe. Bild: Patrick Muntzinger

Unergründlich tief: Zu Fuß und per Rad zu Aach- und Blautopf

Der sagenumwobene, türkisfarbene Blautopf sollte bei einer Radtour auf dem „Eiszeittäler-Radweg“ unbedingt als Stopp eingeplant werden. Der konstante Überlauf an der Beckenseite verrät, dass es sich hier um eine Quelle handelt. Das Wasser rauscht kurz der Stadt Blaubeuren entgegen und macht sich dann als Fluss Blau auf den Weg nach Ulm. Weniger berühmt ist der Aachtopf, obwohl es sich dabei um Deutschlands größte Quelle handelt. Hier startet der Premiumwanderweg „Aacher Geißbock“, der Aussichten über den Hegau, die Alpen und den Bodensee bietet.

Imposanter Anblick: die Karstquelle Blautopf. Bild: TMBW/Gregor Lengler

Erfrischend verschieden: Uracher und Neidlinger Wasserfälle

Vor Millionen von Jahren brachte das Aufreißen des Oberrheingrabens die Schwäbische Alb zum Kippen. Dadurch finden sich die meisten Wasserfälle der Region am Albtrauf. Fast 40 Meter stürzt das Wasser am Uracher Wasserfall in die Tiefe und fließt dann weiter ins Tal. Etwas abseits liegt der Gütersteiner Wasserfall, dessen Wasser romantisch in kleinen Kaskaden in ein gefasstes Becken plätschert. Verbinden kann man die ungleichen Wasserspektakel bei einer Rundwanderung auf dem „Wasserfallsteig“. Weiter nördlich tost mitten im Grünen der Neidlinger Wasserfall. Wer ihn besuchen möchte, folgt dem verwunschenen Waldweg einfach nach Gehör.

Echt wissenswert: Eiszeitpfad Albwassertour

Die Schmiech schlängelt sich als Zufluss der Donau von Schelklingen bis nach Ehingen durch das Donau-Urtal. Auf dem Eiszeitpfad „Albwassertour“ kann man sich entlang ihres Verlaufs auf die Spur der ersten „Albwasserversorgung“ begeben. Vom Pumpwerk in Teuringshofen wurde ab dem Ende des 19. Jahrhunderts Wasser bis auf die Albhochfläche befördert, was einer technischen Meisterleistung entsprach. Heute ist in dem Baudenkmal ein Museum untergebracht. Die Tour führt von dort weiter bergauf zum historischen Wasserbehälter und dann zurück über die alte Steige, auf der einst die mit schweren Wasserfässern beladenen Ochsenkarren den mühsamen Aufstieg antraten.

Urwüchsig besonders: Monbachtal-Schlucht

Unweit der Kurstadt Bad Liebenzell gluckert der glitzernde Monbach wildromantisch durch dichte Wälder und über riesige Felsblöcke. Einst bildete er die Grenze zwischen Baden und Württemberg. Heute gibt es einen Wanderweg durch das Naturschutzgebiet, in dem man mit etwas Glück sogar den seltenen Eisvogel entdecken kann. Die Tour führt unter umgestürzten Bäumen hindurch, an bemoosten Felswänden vorbei und immer wieder durch das Bachbett. Bikerinnen und Aktive können ihre Route noch um die Täler der Würm und Nagold erweitern und sich das volle Fluss-Programm gönnen.

Schwindelerregend hoch: Naturgewalten-Tour zum Ellbachseeblick

Mitten im Nationalpark Schwarzwald liegt der Ellbachsee. Ein Karsee aus der Eiszeit, in dessen glatter Oberfläche sich die Nadelbäume spiegeln. Erreichen kann man ihn etwa auf der „Naturgewalten-Tour“. Der Rundwanderweg bietet nicht nur Abkühlung mit zahlreichen Bächen, Quellen, Brunnen und dem Rosshimmelwasserfall. Unterwegs wird außerdem die urgewaltige Kraft von Sturm und Hochwasser veranschaulicht. Der Aussichtspunkt „Ellbachseeblick“ eröffnet eine weite Sicht über die Baumwipfel und den 150 Meter tiefer liegenden Ellbachsee und ist auch barrierefrei erreichbar.

Überragend steil: Im Schluchtenparadies Hochschwarzwald

Tosend bahnt sich die wilde Ravenna ihren Weg und gräbt sich seit Jahrtausenden ein enges Tal. Erkundet werden kann es über Holzstege und Felsgalerien auf dem „Heimatpfad Hochschwarzwald“. Kleine Kaskaden, der große Ravenna-Fall und das beindruckende Ravenna-Viadukt machen die Tour zu einem Erlebnis. Die unweit gelegenen „Schwester-Schluchten“ Wutach- und Gauchachschlucht zählen zu den ältesten Naturschutzgebieten in Baden-Württemberg. Die abwechslungsreiche „Drei-Schluchten-Tour“ verbindet sie mit der abenteuerlichen Engeschlucht.

Berauschend wasserreich: Wasserweltensteig Südschwarzwald

Um den Fernwanderweg „Wasserweltensteig“ am Stück zu absolvieren, braucht es eine gewisse Kondition. Wer sich auf das Abenteuer einlässt wird aber mit fantastischen Ausblicken und vielen Erfrischungsmöglichkeiten belohnt. Der Steig startet an Deutschlands höchsten Wasserfällen in Triberg und führt entlang der Wasserscheide zwischen Rhein und Donau zu Europas größtem Wasserfall, dem Rheinfall in Schaffhausen. Auch dazwischen ist Wasser allgegenwärtig: munter plätschernd als quirliger Bach, als stiller Moorsee oder rauschender Fluss.

Die Triberger Wasserfälle aus der Luft betrachtet. Bild: TMBW/Achim Mende
Die Triberger Wasserfälle aus der Luft betrachtet. Bild: TMBW/Achim Mende

Ausgesprochen torfig: 7-Moore-Weg Hotzenwald

Eine Tour auf dem „7-Moore-Weg“ im Hotzenwald ist lehrreich und spannend zugleich. Auf Holzwegen geht es in die unberührte Natur der Hochmoore. Moorstationen geben Gelegenheit, die spezielle Moorfauna in angelegten Moorbeeten genauer unter die Lupe zu nehmen und dabei seltene Pflanzen wie den fleischfressenden „Sonnentau“ kennenzulernen. Miteinplanen sollte man außerdem Abstecher zur wildromantischen „Gletschermühle“ und zum kleinen Wasserfall „Krai-Woog-Gumpen“, der sich für ein Bad anbietet.

Extrem zerklüftet: Schussentobel Oberschwaben

Der kleine Fluss Schussen entspringt beim Kurort Bad Schussenried und kommt auf seiner Reise durch Oberschwaben zum Bodensee an Ravensburg, Weingarten und Tettnang vorbei. Doch im oberen Bereich blieb das Tal naturnah und zieht sich durch ursprüngliche Wälder. Der dortige Schussentobel entstand durch eine Gletscherzunge während der letzten Eiszeit und hinterließ ein zerklüftetes Tal, das man auf einer Wanderung oder mit dem Fahrrad entdecken kann. Am Ende der Strecke erweitert sich das Tal in das Schussenbecken.

Natürlich phänomenal: Donauwelle Donauversinkung

Ein Weg, zwei Wasserphänomene: Der Premiumwanderweg „Donauwelle Donauversinkung“ verbindet die Donauversickerung bei Immendingen mit dem nördlichsten Hegauvulkan Höwenegg. Der jahrelange Abbau des Vulkangesteins hinterließ eine tiefe Grube, in der sich nach Stilllegung des Steinbruchs ein kleiner tiefgrün schimmernder See bildete. Seit 1983 steht das Gebiet unter Naturschutz und ist zugleich Vogelschutzgebiet und Geotop. Bekanntheit erlangte es durch bedeutsame Mineralien- und Fossilienfunde. Etwa des dreizehigen Urpferds „Hipparion“, das sich heute im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe befindet.

-Pressemitteilung Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg-

Der Neidlinger Wasserfall. Bild: TMBW/Gregor Lengler
Der Neidlinger Wasserfall. Bild: TMBW/Gregor Lengler
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