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Angeln bildet

1986
Geschäftsführer Alexander Seggelke (mit Baseball-Kappe) im Gespräch mit Messebesuchern. Foto: DAFV, Olaf Lindner

Der Deutsche Angelfischer-Verband (DAFV) und der Landesfischereiverband „Westfalen und Lippe“ präsentierten Ende Februar 2019 das Hobby Angeln auf der Bildungsmesse „didacta“ in Köln.

Über 100.000 Besucher lockte die „didacta“ dieses Jahr in die Hallen. Die „didacta“ ist die größte Fachmesse für Lehrkräfte aller Bildungsbereiche in Europa. Neben wichtigen Weiterbildungsinformationen finden Pädagoginnen und Pädagogen jeglicher Couleur auch neueste Inhalte, die sie in ihren Unterricht einbauen können.

Was 2018 für den DAFV als erster Testballon begann, wurde nun in Gemeinschaft mit dem lokalen Mitgliedsverband LFV „Westfalen und Lippe“ ausgebaut. Zusammen mit 20 weiteren Verbänden aus dem ländlichen Raum war der DAFV Teil des Ständekomplex „Landwirtschaft & Ernährung – erleben lernen“. Selten kommt man so entspannt ins Gespräch miteinander, lernt sich besser kennen und auch verstehen.

„Eine derartige Wissbegierde der Besucher, mehr über Gewässer, Fische und natürlich über das Angeln zu erfahren, hat mich überrascht. Es wird immer wichtiger, auch diese Schnittstellen zur Gesellschaft außerhalb des Angelsektors zu suchen und zu bedienen“, so der Vizepräsident des DAFV Klaus-Dieter Mau.

Angeln fördert Konzentration

„Wir müssen Angeln auch im Kontext von Naturpädagogik verstehen. Es werden persönlichkeitsfördernde Merkmale wie Ausdauer, Durchhaltevermögen und Konzentration gefördert, insbesondere, wenn dies unter pädagogischer Betreuung erfolgt. Kinder lernen frühzeitig in der Praxis einen sachgerechten und umweltbewussten Umgang in und mit der Natur. Das setzt ein erhebliches biologisches und ökologisches Wissen, solide Kenntnisse über Gewässer und ihrer Reinhaltung voraus“, so die Präsidentin des DAFV Dr. Christel Happach-Kasan. Der Geschäftsführer des Landesverbandes Westfalen und Lippe, Michael Möhlenkamp ergänzt: „Wir haben eigene Lernprogramme für Grund- und weiterführende Schulen entwickelt. Es geht uns auch darum, den jungen Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass Angeln weit mehr ist als nur Fische zu fangen“.

Mit Otti‘s U-Boot in die heimische Unterwasserwelt

Mit diesem Lern- und Bildungsprogramm geht der Verband Westfalen und Lippe direkt an Schulen heran und holt die Jugend ab. Otti´s U-Boot ist ein mobiles Unterwasserlabor der Fischerjugend NRW, das als Ergänzung des Umweltbildungsprojektes „FINNE-Fischwelt in NRW neu entdecken“ für die Jugendgruppen und die Öffentlichkeitsarbeit der Fischereivereine in NRW konzipiert wurde. Otti´s U-Boot bietet durch eine umfangreiche Ausstattung an Materialien die ideale Möglichkeit, Gewässer vor Ort zu erforschen.

Während der Landesverband aus NRW die lokalen pädagogischen Angebote rund ums Angeln vorstellte, ergänzte der Bundesverband den Gemeinschaftsstand mit einer bunten Palette an nützlichen Schulmaterialien. Wie wichtig der Gesellschaft eine gewisse Artenkenntnis ist, zeigte einmal mehr das Magnetspiel unserer heimischen Fische. Ergänzend dazu war „Der kleine Alleswisser“ vom Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern als Informationsmaterial für Kinder und Jugendliche sehr beliebt.

Angler auf die didacta?

Die beiden letzten Jahre auf der Messe haben es gezeigt, die umweltbildnerischen Ansätze innerhalb organisierter Strukturen werden als wichtiger Bildungsansatz verstanden und sogar gefordert. Naturverständnis und Artenkenntnis sowie Jugendbildung sind entscheidende Bereiche, die durch Angelvereine gefördert werden. Einige Verbände haben mittlerweile sogar eigene pädagogische Programme entwickelt und in ihre Verbandsarbeit integriert. „Blaue Klassenzimmer“, „Fischmobil“, Otti’s U-Boot oder „Wilde Welten“, um nur einige Initiativen zu nennen.

Aus dem Satz „Angeln ist mehr als nur Fische aus dem Wasser zu ziehen“ geht es schon ganz passend hervor. Neben dem Fangen von Fischen, setzen sich Anglerinnen und Angler von je her mit der Natur, ihren ökologischen Zusammenhängen und ihrer Artenvielfalt auseinander. Immer schon wurde dieses Wissen an die Jugend weitergegeben und nicht zuletzt auch in der Fischereiprüfung gelehrt. Organisierte Angler bedienen schon immer wichtige Aspekte der sogenannten „Umweltbildung“.

Naturpädagogik am Wasser

Der Begriff der „Umweltbildung“ wird dabei heutzutage vielmehr als Sammelbegriff verstanden. Er entstand erst in den 1970ern als Reaktion auf unterschiedlichste Natur- und Umweltkrisen. Man versteht unter dem Begriff der Umweltbildung auch die Ökopädagogik, Naturpädagogik, Wildnispädagogik, aber auch die Umwelterziehung und Umweltsensibilisierung. Diese hält vermehrt Einzug in den Lehrbetrieb an Schulen.

Umweltbildung durch Angler

„Wir Angler haben hier im Bereich der Umweltbildung einen wichtigen Aspekt, um aus dem angelspezifischen Sektor herauszutreten. Wenn ich mich mit anderen Anglern über Gegebenheiten am Gewässer austausche, sprechen wir eine Sprache. Wir lieben unser Hobby und wir kennen unsere Fische. Wir wissen, wann sie sich fortpflanzen oder aber auch, warum viele von ihnen nicht mehr in unseren Gewässern zu finden sind. In Zeiten der Urbanisierung und Entfremdung von der Natur müssen wir Angler uns nicht verstecken und Schnittstellen zur nichtangelnden Gesellschaft suchen und uns aktiv einbringen“, so der Geschäftsführer des DAFV Alexander Seggelke.

Die Gespräche auf der Messe mit Lehrern, Erziehern und anderen pädagogisch arbeitenden Fachleuten zeigen auch, wo der Bedarf liegt, den wir abdecken müssen und umgekehrt wird den Pädagogen deutlich, dass wir Angler ein wichtiger und kompetenter Ansprechpartner in Fragen der Umweltbildung sind.

-pm-

Otti's U-Boot auf dem Gemeinschaftsstand des LFV Westfalen und Lippe und dem DAFV. Foto: Nina Dorenkamp
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