Alte Köder erkennen

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Alte Kunstköder aus der Vorkriegszeit lassen sich durch ein paar typische Merkmale leicht identifizieren.

Oft sind die Drillinge noch nicht durch Sprengringe montiert. Im Fall des kleinen Silberblinkers, ein kleiner Heintz-Blinker ohne Zusatzdrilling, wurde aus einer Stecknadel ein Nadelwirbel gebogen. Der Kopf der Stecknadel sitzt drehbar in einem kleinen Loch im Blinkerblatt. Auch die altertümliche Hakenform ist typisch für alte deutsche Vorkriegsköder, oft kommen Drillinge mit Kirby, Kendal und vor allem Sneckbent-Haken zum Einsatz. In diesem Fall sehen wir einen besonders charakteristischen „Lipphaken“, wie er von der Firma Hildebrand und von Dr. Heintz genannt wurde. Bei diesem uralten Hakentyp knickt vom geraden Schenkel gleich die sehr lange Hakenspitze ab, einen ausgeprägten Hakenbogen gibt es quasi nicht, nur einen scharfen Knick. Sieht man diese archaische Drillingsform, dann heißt das: Bingo!

Urtümliche Drillingsform mit Nadelwirbel-Montage.

Sneckbent-Drillinge mit rechtwinkliger Hakenform wurden sehr häufig bei Vorkriegsködern eingesetzt. Bei ganz alten Ködern lötete man beim Drilling noch drei Einzelhaken zusammen, daran dann noch ein Öhr aus Stahldraht, das wie beim Fliegenbinden mit Draht und Faden angewunden wurde. Bei diesem vergoldeten Blinker wurden damals zusätzlich noch die Sprengringe verlötet, damit sie nicht aufbiegen können. Eine sehr aufwändige Arbeit, die nach dem Krieg nicht mehr lukrativ war.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass man alte Köder vor allem an den „Beschlägen“ identifizieren kann. Drillinge, Wirbel und Sprengringe sind besonders aussagekräftig, was die Altersbestimmung angeht.

Wer hat Fragen zu alten Ködern? Infos an thomas.kalweit@paulparey.de

Sneckbent-Drilling aus drei Einzelhaken mit angewundenem Drahtöhr.
Die Sprengringe wurden noch zusätzlich verlötet.
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