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Aggerwehr

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Umgehungsgerinne
Durch das neue Umgehungsgerinne können Wanderfische das bisher unüberwindbare Agger-Wehr umschwimmen.
Umgehungsgerinne
 

11.06.2008

Baukosten von 700.000 Euro: Der neue Fischaufstieg am Troisdorfer Agger-Wehr wurde am 20. Mai eingeweiht.

Es bestand dringender Handlungsbedarf, da die Agger als potentielles Lachsgewässer unter das Wanderfisch-Programm des Landes Nordrhein-Westfalen fällt und der vorhandene Fischaufstieg aus den 90-er Jahren nicht optimal funktionierte. Da war rasches Handeln angesagt. Glückliche Fügung war der Umstand, dass ein bestehendes Wasserrecht der Mannstaedt Werke 2005 auslief und man so die Gelegenheit beim Schopf ergriff und durch Verhandlungen das neue Projekt in die Tat umsetzen konnte. Unter der Federführung der Sieg-Fischereigenossenschaft und unter der tatkräftigen Mithilfe von Behörden, Kommunen, Kreis, Verbänden, Vereinen und der Industrie konnte das Projekt zügig verwirklicht werden. Es wurde ein so genanntes Umleitungsgerinne angelegt, dass das Aachener Fachbüro Floecksmühle konzipierte. Die Lachse, Meerforellen und anderen Wanderfische, die flussaufwärts wandern wollen, werden jetzt am Fuß des Agger-Wehrs durch eine Lockströmung in den neuen Fischaufstieg geleitet und können nun problemlos das Wehr umschwimmen. Am Kopf der Umleitung ist eine Fangkammer installiert, so dass die Wanderfische durch Mitarbeiter des Wanderfischprogramms erfasst und bestimmt werden können, bevor sie ihren Weg fortsetzen dürfen.

So haben Lachse und Meerforellen jetzt die Möglichkeit, zirka 30 Hektar potentielles Laichgebiet in der oberen Agger zu erreichen. Die natürliche Vermehrung der Lachse war hier den letzten Jahren bereits mehrfach nachgewiesen worden. Im gesamten Siegeinzugsgebiet wurden etwa 100 Hektar Lachslaichhabitate wissenschaftlich erfasst. Der Erfolg hat bekanntlich immer viele Väter: Hans-Günter Hardt, Ehrenvorsitzender der Siegfischereigenossenschaft, wies bei der Eröffnungsfeier darauf hin, dass durch die beharrliche und kompetente Vorarbeit des ehemaligen Geschäftsführers der Sieg-Fischereigenossenschaft, Wilhelm Fettweiß, die Voraussetzungen dafür geschaffen worden waren, dass der Lachs an der Sieg wieder eine Zukunft hat. Der jetzige Geschäftsführer der Genossenschaft, Thomas Heilbronner, hatte im Vorfeld die Finanzierung des Baus gesichert, indem er für Landeszuschüsse und EU-Mittel sorgte. -pm-

Foto: Horst Stolzenburg

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