Niedersachsen: Die Ems bei Lathen

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Niedersachsen: Die Ems bei Lathen

Das Probier-Revier

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  • Rund 80 Kilometer vor ihrer Mündung präsentiert sich die Ems als ein idealer Fluss für Experimente. Denn was Sie anglerisch auch versuchen, irgendeine Fischart beißt fast immer. Von Matze Koch

  • Der grandiose Fischbestand, die vielen Hot Spots und nicht zuletzt die Schönheit der Natur sind Schuld, dass das norddeutsche Emsland bei Anglern so beliebt ist. Das gilt besonders für die Ems bie Lathen. Kaum ein Kollege geht ohne Biss nach Hause.

    Die Tiefe des zirka 50 Meter breiten Flusses liegt zumeist um die sechs Meter, in den Alt- und Hafenarmen dagegen ist die Ems im Schnitt vier Meter tief. Die Ufer sind unterschiedlich strukturiert: Steinpackungen, die bis 15 Meter weit ins Gewässer ragen, sowie flache, kiesige oder lehmige Uferzonen in den Altarmen. Hinzu kommen überhängende Bäume, steil abfallende Kanten, Spundwände und Wehre, von denen wir zwar 50 Meter Abstand halten müssen, dennoch: Alles Super-Angelstellen.

    Während der Hauptstrom meist trübe daherkommt, so dass man den Räubern, speziell den Hechten, am besten schockfarbene Köder oder Wobbler mit Rasselkugeln anbietet, ist das Wasser der ruhigeren Altarme zumeist recht klar und verlangt natürliche Köderfarben. Wer ein Boot besitzt, ist zwar im Vorteil, aber auch vom Ufer aus lassen sich gute Fänge erzielen. So zum Beispiel empfiehlt es sich, die Kanten und das Wasser im Bereich überhängender Bäume mit großen Wobblern abzusuchen. An den Steinpackungen dagegen sind mit Gummiködern vorwiegend Zander zu fangen.

     

    Zander stehen mit Vorliebe an den Steinpackungen, wo sie in erster Linie mit Gummiködern befischt werden.

    Barsche kommen ausgesprochen häufig vor. Meine Freunde und ich überlisteten sie zumeist in Längen zwischen 20 und 30 Zentimetern, aber auch kapitale Exemplare werden alljährlich erbeutet. Oft sieht man sie in Trupps an der Oberfläche rauben, dann sind flach laufende Köder angebracht. Zum Beispiel der Ondex-Spinner. Mit einem Bleikopf beschwert, ist er ebenfalls ein Geheimtipp fürs Fischen in tieferen Bereichen.

    Beim Aalangeln mit der Grundmontage fängt man nicht selten einen Barsch nach dem anderen. Wer die lebhaft kringelnden Naturköder jedoch gezielt für den Fang von Barschen einsetzen möchte, sollte sie mal dicht über Grund, mal im Mittelwasser und unter Umständen lediglich eine Vorfachlänge unter der Pose anbieten. Herrscht eine etwas stärkere Strömung, macht es Sinn, die Montage immer wieder mal abzubremsen. Das Wechselspiel zwischen Auftreiben und Absinken des Köders bringt oft mehr Erfolg, als so mancher Kunstköder.

    In der Regel bieten die ruhigen Altarme mit überhängenden Bäumen den Hechten bessere Einstandsmöglichkeiten als die Fahrrinne der Ems. Deshalb verwende ich dort mit Vorliebe große Wobbler im Hecht- oder Barschdesign. Sie locken die Räuber sogar dann noch aus der Reserve, wenn andere Köder versagen.

    Dass Zander harten Gewässergrund lieben, ist bekannt. Daher bieten sich speziell die Steinpackungen als Hotspots für die Jagd an. Direkt am Fuß dieser Uferbefestigungen liegen die Köderfische immer richtig. Bei dieser Angelei allerdings ist der eine oder andere Hänger einzukalkulieren.

    Am effektivsten jedoch ist es, die Stachelritter aktiv zu suchen. Zum Beispiel beim Schleppen oder Vertikalfischen vom Boot aus. Ein gutes Echolot zeigt exakt an, wo die Steine enden, so dass die Köder perfekt angeboten werden können. Auch an den Spundwänden sowie Verlade- und Anlegestellen sollte man einen Versuch auf Zander wagen.

    Naturköderangler erbeuten als Beifang manchen schönen Aal. Besonders an hellen und sonnigen Tagen empfiehlt es sich, bevorzugt die tieferen Bereiche zu befischen, in die sich die lichtscheuen Zander dann gerne zurückziehen. Welse kommen ebenfalls vor. Zwar sind es zumeist kleine Exemplare, die an die Köder gehen, aber ein Gigant von 2,07 Metern soll bereits gefangen worden sein.

    Große Alande gefällig? Die Fangaussichten in der Ems sind hervorragend!

    Zu den Karpfen: Im Sommer 2007, um nur ein Beispiel zu nennen, fing Angelfreund Peter in der Ems bei Lathen außergewöhnlich viele. Die zwei Größten wogen über 30 Pfund. Außerdem erwischte er mehrere Alande und Barben mit Gewichten von mehr als fünf Pfund. In den Altarmen gingen ihm Grasfische an die Köder, die ebenfalls die 30-Pfund-Marke übertrafen.

    Auch dieser Brocken kann sich sehen lassen. Er konnte dem Boilie an der Strömungskante nicht widerstehen.

    Wer gezielt auf Karpfen angeln möchte, sollte auf jeden Fall gründlich anfüttern, denn sonst gleicht das Ganze einem Lotteriespiel. Weil die Hauptströmung zum Teil recht stark ist, sollte das Festblei mindestens 150 Gramm wiegen. Nachgefütterte Boilies, Tigernüsse oder Mais werden, wie die Ködermontage, ebenfalls von der Strömung an die Kante getrieben. Aber da liegen sie genau richtig, denn dort kommen die Karpfen vorbei.

    Die Ems bei Lathen

    Gewässer-Check: Ems bei Lathen

     

    Info und Lizenzen: Touristeninformation Lathen (im Rathaus), Internet: www.lathen.de, Telefon 05933/6647. Weil die Ems bei Lathen von mehreren Anglervereinen und -verbänden bewirtschaftet wird, ist es sinnvoll, sich von der Touristeninformation beraten zu lassen.

     

    Preise: Die Tageskarte kostet 3, die Wochenkarte 10 Euro.

     

    Bestimmungen: Drei Handangeln mit je einem Haken.

     

    Anfahrt: Über die A 31, Abfahrt Lathen.

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