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Kuhreiher brütet am Altmühlsee

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Jungvogel Kuhreiher
Kuhreiher-Jungvogel am Altmühlsee gesichtet. Selbst erwachsene Tiere sind deutlich kleiner (max. 50 cm) als die immer häufiger werdenden und ebenfalls weißen Silberreiher (bis 100 cm). Bild: LBV/Sonja Dollhopf

Zum ersten Mal in Deutschland: Zum ersten Mal brütet ein afrikanischer Kuhreiher in Deutschland, und zwar in Bayern.

Ein Mitglied des „Landesbundes für Vogelschutz in Bayern“ (LBV) hat Ende Juli Jungvögel dieser in Deutschland sehr seltenen Reiherart am Altmühlsee entdeckt und fotografiert. Der etwa 50 cm große, weiße Reiher mit gelbem Schnabel kommt weltweit vor, in Europa hauptsächlich in Spanien. In Afrika ist er oft auf den Rücken von Büffeln sitzend zu sehen, die er von Außenparasiten befreit. Mit ihm ist nun die sechste Reiherart in Bayern heimisch geworden.

Sechste Reiherart in Bayern

Im Vorjahr konnten bereits erwachsene Kuhreiher am Altmühlsee beobachtet werden. Die Kuhreiher zeigten sich dabei im Prachtkleid mit gelben Schmuckfedern und trugen Nistmaterial – ein erstes Zeichen, dass sich der Altmühlsee zum Nestbau eignet. “ Am 20. Juli konnte Bianca Satzinger, Aktive aus unserer Kreisgruppe, dann mit Fotos von einem der drei Jungvögel den erfolgreichen Brutnachweis liefern“, so Sebastian Amler, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen.

Eingewandert aus dem Mittelmeerraum

Die Kuhreiher am Altmühlsee kommen mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Mittelmeerraum, weil sie Kurzstreckenzieher sind. „Die stark steigende Bestände des Kuhreihers in Spanien und Frankreich sorgen dafür, dass sich das Brutareal dieser Vogelart ausbreitet. Bisher gab es in Deutschland nur Brutversuche von entflogenen Kuhreihern aus Gefangenschaft, die aus Zoos oder privater Haltung stammen“, sagt Jan Heikens von LBV.

Vorliebe für Viehherden

Der Kuhreiher ist weniger an große Gewässer gebunden als seine heimischen Verwandten und brütet mitunter sogar in großen Parks. Seine Nahrung, hauptsächlich Insekten, aber auch Amphibien und Regenwürmer, findet er meist in Viehherden oder nach der Mahd auf Wiesen sowie nach dem Pflügen auf Feldern. „Die Vogelinsel im Altmühlsee bietet dem Kuhreiher alles, was er zum Leben braucht: reichlich Nahrung, geschützte und ruhige Brutbereiche – vielleicht in der dortigen Nachtreiherkolonie – und sogar Weidevieh“, erklärt der LBV-Gebietsbetreuer. Der Kuhreiher hat nämlich eine Vorliebe für Viehherden, weil diese immer eine Vielzahl an Insekten und somit eine wertvolle Nahrungsquelle mit sich bringen. So ist der Kuhreiher wohl auch zu seinem Namen gekommen.

Reiher in Bayern

Im Freistaat lassen sich neben dem Graureiher auch der nur lokal verbreitete Purpurreiher und der häufiger werdende Nachtreiher gut beobachten. Sehr häufig kann mittlerweile der stattliche Silberreiher gesichtet werden, der vor der Jahrtausendwende nur ein seltener Gast war. „Der Kuhreiher ist vergleichsweise klein und nur halb so groß wie ein Silberreiher. Im Jugendkleid ist der Kuhreiher leicht mit dem ebenfalls am Altmühlsee vorkommende Seidenreiher zu verwechseln, der allerdings einen markanten Federschopf und gelbe Füße hat“, so Jan Heikens.

-Pressemitteilung LBV-

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