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Fischsterben im Möhnesee

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In einem Nebenbecken verendeten durch Sanierungsarbeiten Brassen und Karpfen zu Tausenden.

Der Soester Anzeiger berichtete am 8. September 2003, dass der Ruhrverband das Wasser zur Wartung des Damms aus dem Hevebecken abgelassen hatte. Bereits vor einigen Tagen wurden die Schieber geöffnet und das Wasser strömte aus dem Seitenbecken in den Möhnesee.

Der Fischerei-Fachmann des Ruhrverbandes, Markus Kühlmann, erklärte den Medienvertretern den Vorgang: „Durch die dabei entstehende Strömung sind die meisten Fische ebenfalls in den Möhnesee geschwommen.“ Es kam aber dann früher als von den Fachleuten erwartet zum Gleichstand der Wasserspiegel von Möhnesee und Hevebecken. Die Lock-Strömung, die den flüchtenden Fischen den Weg weisen sollte, brach zusammen.

Fische orientierungslos

„Die Fische sind dann orientierungslos und in Panik umhergeschwommen. Wir haben sofort mit der Belüftung des noch vorhandenen Wassers angefangen, so konnten wenigstens die noch lebenden Fische gerettet werden“, erläuterte Kühlmann.

Der Ruhrverband schätzt den Verlust des Fischbestandes auf maximal fünf Prozent. Im Oktober, nachdem das Hevebecken wieder angestaut worden ist, soll der Verlust durch Fischbesatz wieder ausgeglichen werden.

Eine Bergung der wenigen noch lebenden Fische ist kaum möglich: „Der Schlamm ist an vielen Stellen zwei Meter tief, da kann ich natürlich niemanden reinschicken“, erklärte Kühlmann.

Der Fischereibeauftragte des Kreises Soest, Theodor Brügger, kritisierte den Ruhrverband: Das Wasser sei zu schnell abgelassen worden, so dass sich die Fische nicht mehr in den Möhnesee retten konnten.

-tk-

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