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Der Aal ist bedroht

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Die Fänge vor deutschen Küsten gehen immer weiter zurück.

Wissenschaftler des Fischerei-Instituts der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern sichten immer weniger Glasaale an Deutschlands Küsten. „Die Ursachen für den Rückgang sind unklar“, rätseln die Fischerei-Biologen.

Möglicherweise ist eine geringfügige Verschiebung des Golfstroms nach Norden dafür verantwortlich. Die Jung-Aale erreichen durch diese veränderte Meeres-Strömung unsere Flußmündungen nicht mehr.

Die Forscher haben aber auch andere Vermutungen: Seit den 80-er Jahren macht ein Schwimmblasen-Parasit unseren Aalen sehr zu schaffen. Der Schwimmblasen-Wurm Anguillicola crassus befällt mittlerweile fast den ganzen Bestand.

Zusätzlich erleiden die abwandernden Aale hohe Verluste in den Turbinen von Wasser-Kraftwerken. Auch die starke Vermehrung des Kormorans könnte zum Bestands-Einbruch beigetragen haben.

Die Wissenschaftler machen die Befischung nicht verantwortlich für den Aal-Rückgang. Die Fachleute gehen aber davon aus dass die EU in absehbarer Zeit die Aal-Fischerei vorbeugend einschränken wird.

Aal auf die Rote Liste

Mecklenburg-Vorpommern plant bereits den Aal auf die Rote Liste der bedrohten Tierarten zu setzten. Die Fischer und Angler laufen Sturm gegen die Pläne des Umwelt-Ministeriums. Der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes Mecklenburg-Vorpommern macht vor allem die Glasaal-Fänge in Frankreich für den Rückgang dieser Art verantwortlich. In Frankreich werden die kleinen Glasaale gezielt befischt und eingesalzen wie Kaviar als Delikatesse verkauft.

Nach Einschätzung von Wolfgang Methling PDS dem Umwelt-Minister von Mecklenburg-Vorpommern lässt sich das Aal-Problem nur auf internationaler Ebene lösen. „Wir können aber am Kormoran-Problem arbeiten“ so beschrieb er den Beitrag seines Bundeslandes. In Mecklenburg-Vorpommern darf der geschützte Kormoran außerhalb von Naturschutzgebieten bejagt werden.

Aal-Besatz nicht verschwenden

Die Wissenschaftler fordern die Angler dazu auf abflusslose Seen und Teiche nicht mehr mit Glas- oder Jung-Aalen zu besetzen. Von dort aus könnten die Aale nicht zum Laichen in die Sargasso-See abwandern. Nach Meinung der Forscher wären die kostbaren Besatz-Fische dann gewissermaßen verschwendet.

Die Forscher fordern aber verstärkten Aal-Besatz in allen Fließgewässern. Die immensen Kosten müssten sich Angler und Naturschutz teilen.

-tk-

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