Buch-Tipp: Der Federndieb

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Es war der größte Raub der Naturgeschichte: Ein passionierter Lachsfliegenbinder stiehlt in einem englischen Museum Bälge seltenster und ausgestorbener Vögel.

„Es war die seltsamste Geschichte, die mir jemals zu Ohren gekommen ist,“ berichtet Autor Kirk Wallace Johnson über den Moment, als er erstmals von dem Diebstahl im Britischen Naturkundemuseum erfährt. Knietief steht er beim Fliegenfischen in der Wathose in einem Fluss, als sein Guide ihm davon erzählt. Seitdem lässt ihn der Fall um die geraubten Federbälge nicht wieder los.

Am 28. Juli 2009 bricht  ein junger Mann namens Edwin Rist, Flötist und vom Fliegenbindefieber erfasst, in die ornithologische Abteilung des Britischen Naturkundemuseums ein und stiehlt unzählige Vogelbälger, darunter Federkleider von Paradiesvögeln, einst gesammelt vom Naturforscher Alfred Russel Wallace, einem Zeitgenossen Darwins.

Kirk Wallace Johnson macht es sich von da an zur Lebensaufgabe, dem Fall nachzugehen. Der passionierte Angler nimmt die Spur der Federn auf. Seine leidenschaftliche Detektiv-Suche führt ihn zu Künstlern, die Fliegen zum Lachsfischen nach historischen Vorlagen binden – aus den kostbarsten Federn der Welt, er vergräbt sich in die Tagebücher Alfred Russel Wallace, beschäftigt sich mit der perversen Faszination für Hutfedern, die Europa und die USA um 1900 erfasste, schildert die Ächtung des Vogelabschlachtens im Zuge des Erstarkens der Frauenbewegung.  Packend erzählt Kirk Wallace Johnson von seiner abenteuerlichen Recherche, der Begegnung mit dem Täter – und wie er die Hintermänner überzeugt, die Federn wieder zurückzugeben.

Der internationale Bestseller ist jetzt auch erstmals in deutscher Übersetzung zu haben!

Info: Der Federndieb, Kirk Wallace Johnson, Droemer Verlag, Oktober 2018. 384 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. ISBN 978-3-426-27684-6, Preis: 22,99 Euro.

12 Quetzal-Vögel aus dem Raub, teilweise schon mit ausgerupften Schwanzfedern. Bilder: Droemer Knaur
Viktorianische Lachsfliegen aus dem Buch "The Salmon Fly" von George Kelson (1895). Für das originalgetreue Nachbinden sind seltenste Vogelfedern notwendig.
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