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ASV Erprath ist „Gewässer-Verbesserer“

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Neu angelegte Schwimminsel mit Nutria-Schutzzaun auf dem See am Hummelsbach. Foto ASV Erprath/DAFV

Der ASV Erprath ist ein kleiner Angelverein aus dem Süden von Neuss und besteht aus circa 30 Mitgliedern verschiedenster Generationen. Er wurde jetzt vom DAFV für den Monat Oktober 2022 als „Gewässer-Verbesserer“ ausgezeichnet.

Der Verein wurde 1961 gegründet und bewirtschaftet einen Waldsee mit ca. 1 Ha. Fläche sowie zwei Erft-Stücke. Am Waldsee wurde mit Hilfe des Rheinischen Fischereiverbandes von 1880 e.V. eine gezielte Lebensraumaufwertung realisiert.

Der Waldsee bereitet seit einigen Jahren Probleme. Immer wieder treten starke Algenblüten auf, die nicht zuletzt durch den Klimawandel begünstigt werden. Der Verein wandte sich deshalb im Jahr 2019 an den Rheinischen Fischereiverband von 1880 e.V. (RhFV) und veranlasste eine Analyse des Gewässers im Rahmen des Gewässeruntersuchungsprogrammes. Seit 2002 unterstützt der Rheinische Fischereiverband von 1880 e.V. mit einem wissenschaftlichen Untersuchungsprogramm seine Mitgliedsvereine bei ihrer durch das Landesfischereigesetz (LFischG) übertragenen Aufgabe der fischereilichen Hege von Gewässern. Als Grundlage für die vorliegende Studie dienten Voruntersuchungen an sieben Baggerseen in NRW, die zwischen 1998 und 2000 in enger Kooperation mit dem Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam Sacrow (IFB) durchgeführt wurden.

Der See am Hummelsbach erhielt eine neue Uferbepflanzung, zwei Schwimminseln und eine neues Jungfischhabitat durch die Einbringung von Totholzstrukturen. Foto: ASV Erprath/DAFV

Uferbepflanzung, Reduzierung des Laubeintrages, Schwimminseln und Totholzburgen

Diese Gewässeranalyse wurde von dem Referenten für Gewässerfragen des RhFV, Heiner Kreymann, durchgeführt und umfasste nicht nur die chemische Untersuchung des Gewässers, sondern auch die biologischen und fischereirelevanten Parameter. Das Ergebnis ergab, dass das Gewässer einem fortgeschrittenen Alterungsprozess unterliegt und stark nährstoffbelastet ist.

Deshalb wurden diverse Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerverhältnisse vorgeschlagen:

  • Das Ersetzen einer fehlenden Uferbepflanzung
  • Das Reduzieren des Laubeintrags durch die sehr nah am Ufer stehenden Bäume
  • Das Einbringen von zwei 30qm großen Schwimminseln inclusive Bepflanzung
  • Das Schaffen eines zusätzlichen Habitats für Jungfische durch das Einbringen von Totholzburgen

Zuerst wurden die Totholzburgen eingebracht. Geeignetes Holz war durch den Wald vorhanden und so wurde an zwei große Flächen im Uferbereich das Totholz aufgeschichtet.  Erfreulicherweise wurden im Frühjahr diese neuen Habitate sofort von den Jungfischen angenommen. Auch die Blässhühner bauten auf diesen Burgen ihre Nester.

Anschließend wurde die Uferbepflanzung in Angriff genommen. Hierfür sind zwei Zonen eingerichtet worden. Der günstigste Zeitpunkt für die Bepflanzung war das Frühjahr. Ein späterer Pflanzzeitpunkt war nicht erfolgreich. Die beiden Zonen wurden jeweils mit einem Verbiss-Schutz versehen, denn eindringende Nutrias von der Erft und einem benachbarten Golfplatz hatten in der Vergangenheit immer wieder Pflanzerfolge verhindert.

Die gepflanzten Rohr- und Igelkolben, Teichsimsen, Wasserlilien und Kalmus haben sich in den Sommermonaten sehr gut entwickelt und eine dichte Uferbepflanzung gebildet. Parallel dazu wurden vom Vorstand Fördermittel aus der Fischereiabgabe des Landes NRW beantragt und auch für die beiden Schwimminseln genehmigt.

Voraussetzung für die Bewilligung war u.a. die wasserrechtliche Genehmigung der Unteren Wasserbehörde sowie der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Kreises Neuss. Entsprechende Anträge mit dazugehöriger Projektdokumentation wurden gestellt und von den Behörden genehmigt.

Somit konnten die Schwimminseln bei der Firma Rietmann -Ökologische Gewässerinstandhaltung- bestellt werden. In einem ganztägigen Arbeitsdienst wurden anschließend die beiden großen Schwimminseln zusammengebaut, die vorbepflanzten Kokosmatten aufgelegt und die Inseln an ihren Bestimmungsorten verankert. Schwimmende Röhricht Zonen (Schwimminseln) haben durch ihr ausgeprägtes Wurzelwerk im Wasserkörper die Funktion Nährstoffe aus dem Wasser aufzunehmen. Dadurch wird das Algenwachstum verringert.

Positive Gewässerentwicklung

Die Pflanzen der Schwimminseln haben sich über den Sommer hinweg hervorragend entwickelt und die Jungfische das inzwischen gebildete Wurzelwerk als neues Habitat entdeckt. Die Inseln sind eine echte Bereicherung für die Flora und Fauna des Sees. Das Schwimminselprojekt wurde von der Unteren Naturschutzbehörde offiziell abgenommen und als Pilotprojekt im Rhein-Kreis Neuss eingestuft.

Die Auszeichnung „Gewässer-Verbesserer Oktober 2022“ des DAFV in Kooperation mit Fischerman`s Partner wird den Mitgliedern des Vereins Motivation für zukünftige Projekte sein. Ohne ihren Einsatz wären die Projekte des Phasenplans nicht umsetzbar gewesen.

Angler für die Natur

Angler sind über ihre Vereine und Verbände nicht nur zur Nutzung von Fischen berechtigt, sondern als Eigentümer oder Pächter von Fischereirechten auch zu deren Hege und Pflege gesetzlich verpflichtet.

Jahr für Jahr werden deutschlandweit Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden von Anglerinnen und Anglern scheinbar im Verborgenen geleistet. So werden unter Anderem Gewässer renaturiert, Brutplätze für Fische eingerichtet, Maßnahmen zum Artenschutz ergriffen und Ufer vom Müll bereinigt. „Es ist uns ein Anliegen mit dem Projekt Gewässer-Verbesserer das vielfältige ehrenamtliche Engagement der organisierten Anglerinnen und Angler in Deutschland mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.“, so Klaus-Dieter Mau, Präsident des Deutschen Angelfischerverbandes.

Mitmachen lohnt sich

Auch in den folgenden Monaten gibt es wieder einen Gewinner. Auf der Webseite https://gewaesser-verbesserer.de können Vereine ihre Gewässer-Verbesserer-Umweltaktion kurz beschreiben. Unter allen Einsendungen verlost der DAFV jeden Monat eine Zuwendung von €500 von Fisherman’s Partner für die Vereinskasse.

-Pressemitteilung DAFV-

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