ANZEIGE

Äschenbesatz in der Göltzsch

1700


Jungäsche
Bei Probebefischungen gingen jetzt an der Göltzschtalbrücke die ersten Jungäschen an die Nymphe.
Friesenbach
Jungäschen-Revier: Unmittelbar unterhalb der Göltzschtalbrücke mündet der Friesenbach in die Göltzsch.

Heimisch oder nicht? Im sächsischen Vogtland streiten sich die Fachleute, ob Äschenbesatz im Flüsschen Göltzsch sinnvoll ist.

09.01.2009

Die „Interessengemeinschaft Fließgewässerschutz Sachsen“ (IGFS) hatte 2008 für ein Projekt „Wiederansiedlung der Äsche in der Göltzsch“ Fördergeld beantragt. Der Antrag wurde abgelehnt und damit begründet, dass bei einer Fischkartierung Sachsens um 1890 in der Göltzsch keine Äschen nachgewiesen wurden. „Diese Aussage ist insofern sinnentstellend, weil es durch die starke Industrialisierung im Göltzschtal damals überhaupt keine Fische gegeben hat, also auch keine Äschen“, ärgert sich Peter Benz, freier Journalist aus dem Göltzschtal. „Die IGFS hatte 2006 mit einem Minimalbesatz an Äschen unterhalb der Göltzschtalbrücke einen Testversuch gestartet“, berichtet Bernd Sträubel, der zweite Vorsitzende der IGFS. Im November 2008 konnten bei einem Hegefischen jetzt Äschen verschiedener Jahrgänge nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass die Äsche in der Göltzsch nicht nur überlebt, sondern sich auch fortpflanzt. Das ist nach Einschätzung der IGFS ein guter Grund, das Projekt weiter zu verfolgen. „Eine kleine Sensation, wenn man davon ausgeht, dass bald einhundert Jahre lang in der stark verschmutzten Göltzsch überhaupt keine Fische existieren konnten“, freut sich Peter Benz.

Die Mitglieder der IGFS sind inzwischen davon überzeugt, dass die Äsche in der Göltzsch eine gute Lebensgrundlage findet. Deshalb sei es sinnvoll, auch in anderen Abschnitten des Flusses, wie in Mylau, die Äsche wieder anzusiedeln. Der Fluss Göltzsch entspringt im oberen Vogtland (Westsachsen) und mündet nach 40,4 Kilometern in die Weiße Elster. Der Fischereirechtsinhaber, die „Interessengemeinschaft Fließgewässerschutz Sachsen“ (IGFS) verfolgt das Ziel, den Bestand an heimischen Fischarten so zu stabilisieren, dass auf bestandsstützende Besatzmaßnahmen zukünftig verzichtet werden kann. Die Interessengemeinschaft sieht Fischbesatz nur als befristete Stützungsmaßnahme. Damit sich die Bestände durch eigene Reproduktion zukünftig selbst tragen, wird die Entnahme von Fischen streng kontrolliert und limitiert. -Peter Benz-

 

 

ANZEIGE
Abo Fisch&Fang