Heute ist Welt-Thunfischtag

134
Das nachhaltigste Thunfischangebot findet man in der Schweiz. In Deutschland verlief die Entwicklung der letzen Jahre positiv, in Österreichs Supermärkten besteht Nachholbedarf. Bild: Marine Stewardship Council (MSC)

Am 2. Mai ist „Welt-Thunfischtag“: Die Vereinten Nationen rufen ihn seit 2016 jährlich aus, um Verbraucher, Politik und Handel zu sensibilisieren und zum Nach- und Umdenken anzuregen.

In Deutschland ist der durchschnittliche pro Kopf Konsum von Thunfisch zuletzt im Vergleich zum Vorjahr von 2,3 Kilogramm auf 1,7 Kilogramm zurückgegangen. Damit ist Thunfisch derzeit nach Lachs und Alaska-Seelachs die drittbeliebteste Fischart in Deutschland. Fast drei Viertel des deutschen Thunfischkonsums werden aus der Dose verzehrt.

Die Nachhaltigkeit des Thunfisch-Angebots im deutschen Einzelhandel hat sich in den vergangenen Jahren signifikant verbessert: Der mengenmäßige Anteil von Thunfischprodukten aus kontrolliert nachhaltiger Fischerei ist seit 2018 von acht Prozent auf heute 45 Prozent gestiegen und hat sich damit mehr als vervierfacht.

In Österreich wie in der Schweiz wird etwas weniger Thunfisch gegessen als in Deutschland: In beiden Alpenländern wurden 2022 im Durchschnitt etwa 1,3 kg Thunfisch pro Einwohner konsumiert. In Österreich ist Thunfisch vor dem Lachs die meistgegessene Fischart – in der Schweiz teilen sich beide Arten den Spitzenrang in der Verbraucherbeliebtheit.

So ähnlich die Menge des Thunfisch-Konsums in den beiden Alpenländern, so unterschiedlich der Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit: Während die Schweizer mit einem Anteil von 81 Prozent weltweiter Spitzenreiter in Sachen Thunfisch und Nachhaltigkeit ist, klafft im österreichischen Einzelhandel seit Jahren eine enorme Nachhaltigkeitslücke: Nicht einmal jedes fünfte Thunfischprodukt (18 Prozent) kommt in Österreichs Supermärkten aus kontrolliert und zertifiziert nachhaltiger Fischerei.

Beliebt: Thunfisch ist die beliebteste Fischart weltweit.

Gefährdet: Einige Bestände sind überfischt, andere haben sich erholt.

Deutschland: Das Thunfischangebot ist heute vier Mal so nachhaltig wie vor vier Jahren.

Österreich: Nur eines von fünf Thunfischprodukten besteht den Nachhaltigkeits-Check.

Schweiz: Das Land ist der Welt nachhaltigster Thunfischmarkt.

Positive Entwicklung der Thunfischbestände

Unbestritten ist der Thunfischfang mit Risiken behaftet: Beifang, Überfischung, unzureichendes Bestandsmanagement, illegale Fischerei… Thunfisch ist aber, wie neue wissenschaftliche Daten bestätigen, nicht per se überfischt. Stand März 2023 haben – so die Erhebungen der International Seafood Sustainability Foundation (ISSF) – von den weltweit 23 kommerziell genutzten Thunfischbeständen 61 Prozent (= 14 Bestände) eine gesunde Bestandsgröße, 17 Prozent (=4 Bestände) sind überfischt und 22 Prozent (= 5 Bestände) befinden sich in einem Zwischenbereich.

Insgesamt ist die Zahl der überfischten Thunfischbestände laut FAO trotz weltweit steigender Nachfrage seit 2014 rückläufig. Das hängt auch mit der Tatsache zusammen, dass in den letzten Jahren mehr und mehr Thunfisch-Fischereien begannen, ihre Fangaktivitäten nachhaltiger gestalten. Das MSC-Programm spielt dabei eine wichtige Rolle: Von den weltweiten Thunfisch-Fangmengen kommen heute 42 Prozent aus nachhaltiger, MSC-zertifizierter Fischerei – im Jahr 2014 waren es erst 13 Prozent.

-Pressemitteilung MSC-

ANZEIGE
Abo Fisch&Fang