Wer kennt diese Rolle?

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Mit dem kleinen Drehschieber kann die Stärke der Wurfbremse fein eingestellt werden.

Diese seltsame Rolle aus Voll-Aluminium habe ich kürzlich mit einem größeren Konvolut erhalten.

Es ist im Grunde eine Achsrolle, die aber durch Fuß und Kurbel den Anschein einer Stationärrolle erwecken will. Die Übersetzung ist aber 1:1. Ein Drahtbügel dient als Bremse der Spule. Wird im Wurf der Köder beschleunigt, gibt der Bügel die Spule frei. Trifft der Köder auf dem Wasser auf, lässt die Spannung der Schnur nach und die Spule wird sofort abgebremst. Es fehlte eine kleine Korkbacke im Mechanismus, die ich mit einem Stück Weinkorken ersetzt habe.

Der filigranen Bauweise nach stammt diese Rolle nicht aus Deutschland, ich würde sie eher nach Frankreich, Italien oder in die USA packen. Sie stammt jedenfalls aus der Frühzeit der Stationärrollen, so um spätestens 1950.

Wer weiß mehr? Infos an thomas.kalweit@paulparey.de

Spule aus Voll-Aluminium. Rechts saß wohl einmal ein Aufkleber mit dem Herstellernamen.
Kompliziertes Innenleben: Links fehlt in der Aussparung eine Korkbacke (sie lag zerbröselt im Gehäuse), die ich mit einem genau passenden Stück Weinkorken (alter Bordeaux) problemlos ersetzen konnte.

Anmerkung vom 31. März 2020:

Jürgen Keller hat sich gemeldet: „Hallo Thomas, du hast Recht, diese Rolle stammt nicht aus Deutschland sondern aus Frankreich. Es ist eine Perfectaflex von Saint-Hubert aus Paris, Jahrgang 1942.“ Es gab diese Rolle übrigens auch in einer grün lackierten Version.

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